Biologie des Herbstes

22. September 2004, 12:26
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Wenn die Nächte kälter werden, sterben die Zellen zwischen Blattstiel und Zweig ab, der Saftfluss wird blockiert - mit Grafiken

Der Herbst, Motivator für Poeten und Winterfreaks, signalisiert sein Kommen mit einem Farbenspiel. Stimmungsvoll präsentieren sich Wälder in Schattierungen von hellgelb bis dunkelrot und künden von der dritten Jahreszeit, die, so der Kalender, am 22. September beginnen soll. Doch welche biologischen Mechanismen stecken hinter der Färbung des Laubs?

Sonnige Tage und kühle Nächte - so beginnt der Wandel. Auch Bäume begeben sich zur Ruhe. Sie wären einfach nicht in der Lage, während der Winterstürme die schwere Last ihres Laubes zu tragen. Und vor allem könnten die im gefrorenen Grund verankerten Wurzeln nicht jene enormen Mengen an Wasser aufnehmen, die von den Blättern verdunstet werden. Im Sommer können das bis zu 1.350 Liter täglich sein.

Zellen sterben ab

Im Herbst beginnen die Zellen zwischen Blattstiel und Zweig abzusterben, wodurch sich allmählich eine Korkschicht bildet, die den Saftfluss zum Laub mehr und mehr aufhält. Letzte Aufgabe der Blätter ist die Umwandlung der Stärke in Zucker, der in den Stamm zurücktransportiert und dort zu Speicherstärke wird.

Kalte Nächte verhindern die Weitergabe des Zuckers, der in den Blättern bleibt und sich im Gewebe ablagert. Da zugleich das Chlorophyll abgebaut wird, weicht das satte Grün den gelben, roten und purpurnen Farben. Braun werden die Blätter erst beim Absterben - und zwar durch braune, wasserlösliche Farbstoffe. In der Natur wird nichts verschwendet: Pilze breiten sich auf dem Falllaub aus und bilden weit verzweigte Fadengeflechte. (APA/red)

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