Eisbären leiden unter altem Schadstoff-Export aus dem Süden

20. September 2004, 12:33
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Forscher wiesen wahren Giftcocktail im Blut der Tiere nach

Bremen - Eisbären am Nordpol leiden noch heute an den Folgen von giftigen Spritzmitteln, die vor Jahren in ganz anderen Gegenden der Welt versprüht worden sind. Dass geht aus drei aktuellen Studien der Umweltstiftung WWF hervor, die am Montag in Bremen veröffentlicht wurden.

Kanadische und norwegische Wissenschafter haben demnach bei Untersuchungen an 300 Eisbären einen regelrechten Giftcocktail im Blut der Tiere nachgewiesen. Infolgedessen sei häufig das Immun- und Hormonsysteme der Eisbären gestört gewesen. Die Gifte hatten sich nach Erkenntnissen der Wissenschaftler über die Nahrungskette angereichert und waren so in das Blut der Bären gekommen.

Bei den nachgewiesenen Giften handele es sich unter anderem um das seit Jahren verbotene Schädlingsbekämpfungsmittel DDT und andere Substanzen, die folglich noch lange nach ihrem Verbot Schäden anrichteten, hieß es weiter. Nach wie vor seien aber viele Substanzen mit ähnlichen Eigenschaften in Gebrauch. "Es ist höchste Zeit, auch sie aus dem Verkehr zu ziehen", verlangte die WWF-Chemikalienexpertin Ninja Reineke vor dem Hintergrund der Diskussion um eine neue EU-Chemikalienpolitik. Nur nachweislich unschädliche Stoffe dürften noch neu auf den Markt gebracht werden oder im Verkehr bleiben. (APA/AP)

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