Neues Sportmagazin als "Sprachrohr und Tagebuch für die Fans"

15. September 2004, 12:00
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Herausgeber Gerhard Laber über den Stil des Hochglanzmagazins, Sport in der Tagespresse und das Selbstvertrauen des österreichischen Fußball-Nationalteams

etat.at: Im Editorial steht zu lesen "Euro 2008, wir sind bereit!" Die Tageszeitung "Sport" ist nicht alt geworden. Woher nehmen Sie den Optimismus?

Gerhard Laber: Nun, ohne Optimismus braucht man im Leben gar nichts beginnen. Aber zum Vergleich mit der Tageszeitung "Sport": Wir sind ein 6x jährlich erscheinendes Hochglanzmagazin, welches sich primär mit dem Umfeld zu den Sportarten Fußball, Eishockey und American Football befasst. Unser Zielpublikum ist auch überwiegend selbst im Magazin erhalten, nämlich die Fans. Eine topaktuelle Sportberichterstattung ist nicht unser Ziel, wir wollen das Flair und die Vielfalt an Emotionen und Stimmungen wiedergeben. Wir sind eine Art Sprachrohr und Tagebuch für die Fans, ohne diese jede Sportart tot wäre.

Gleichzeitig bieten wir aber auch eine für die Vereine, die Bundesliga, den ÖFB, den AFBÖ und den Eishockeyverband hervorragende Plattform, ihre Anliegen und Bedürfnisse direkt an den Fan = zahlender Kunde, zu bringen. Da sich die Fanbetreuung in den letzten Jahren sehr zum Positiven gewandelt hat, sind wir optimistisch, auf Sicht den entsprechenden Erfolg zu haben. Garantie gibt es für gar nichts, aber wir sind ein konkurrenzloses Printmedium und dass eine Sport-Tageszeitung wenig bis keine Chance hat, habe ich vom ersten Tag, als ich davon hörte, gesagt. Dafür ist die vorhandene Tagespresse zu präsent und informativ.

etat.at: Wer finanziert das "Fanmagazin"?

Gerhard Laber: Die Finanzierung erfolgt so wie bei allen (oder den meisten) Printprodukten durch bezahlte Werbeanzeigen. Dazu kommen die Einnahmen aus dem Verkauf im Zeitschriftenhandel und jene aus dem Bereich Aboverkauf. Aufgrund unserer nunmehr 11-jährigen Erfahrung bei der Herausgabe eines Magazins (seit 1993 unter dem Titel "Biker in Österreich; siehe biker.at) ist uns diese Art der Finanzierung sehr bekannt und mit dem Wissen verbunden, dass gerade dies kein leichter Teil unserer Arbeit ist. Deshalb sind wir potentiellen Sponsoren gegenüber auch nicht abgeneigt ;-)

etat.at: Wie viele "Fanmagazin"- Abos wollen Sie an den 12. Mann/Frau bringen?

Gerhard Laber: Mittelfristiges Ziel sind 10.000 Abonnenten, wir arbeiten zur Zeit jedoch an zwei Projekten, welche bei Realisierung dieses Ziel bei rund 30.000 Abonnenten sieht. Bei einem Millionenpublikum wie jenes aus den drei erwähnten Sportarten sicher keine Utopie ...

etat.at: Wie groß ist die Redaktion?

Gerhard Laber: 85 Quadratmeter Büroräume und 35 Quadratmeter Terrasse ;-)) Der Mitarbeiterstand setzt sich derzeit aus sieben haupt/teilberuflichen und ca. 25 freien Mitarbeitern (durchwegs aus der Fanszene) zusammen. Weiters arbeiten wir mit Bildagenturen wie GEPA, ZOLLES, KOALA MEDIA zusammen und natürlich erhalten wir viel Material und Infos über die Presseverteiler der Vereine selbst.

etat.at: Am 9. Oktober steht das Match gegen Polen an, danach das erste Auswärtsspiel gegen Nordirland. Wie gut sind die Österreicher?

Gerhard Laber: Aus momentaner Sicht der Dinge überraschend gut und daher dürfte das enorm wichtige Selbstvertrauen im Team auch gestiegen sein. Als Gruppenerster besteht im Heimspiel gegen Polen die große Chance, sich an der Tabellenspitze (wobei hier auch Platz zwei zählt) zu etablieren, ein weiterer Erfolg in Nordirland würde Österreich eine hervorragende Ausgangsposition für die Qualifikationsspiele 2005 bescheren. Wichtig wird sein, dass das Team jedes Spiel als eine Art Endspiel sieht und an sich glaubt, man sollte auch Platz 1 anstreben und nicht dauernd nur über Platz 2 reden. Das ist leider eine "österreichische Unart", immer alles schlecht zu machen und tief zu stapeln. Wenn man Platz 1 trotz allen Bemühens knapp verfehlt ist Platz zwei problemlos erreicht, fokussiert man sich zu sehr auf Platz 2 und verfehlt diesen dann ebenso knapp, ist der Traum WM 2006 vorbei.

Kurzum - unser Team hat das Potential, sich für die WM 2006 zu qualifizieren, nur muss es dabei über seinen eigenen Schatten springen und ständig selbstbewusst auftreten. Das sollte auch von den Medien gefördert und nicht wie viel zu oft, untergraben werden. Manche Art der Berichterstattung aus der Tagespresse erinnert uns eher an eine Art Sado/Maso-Berichterstattung denn als erfolgsortientiert-optimistischer Beitrag zu Gelingen der angestrebten Ziele. Unserer Meinung nach sollten es Medien als ihr vorrangiges Ziel sehen, den Sport und dadurch auch unser Land, positiv darzustellen. Das bringt positive Energie ins Unterbewusstsein von Spielern und Fans, hier kann man einen der vielen nötigen Grundsteine legen, sportlich Erfolge feiern zu können und das in vollen Stadien. Im anderen Fall legt man den gleichen Grundstein, nur mit negativer Auswirkung. Schlechtes durch massive Breitwälzung in der Berichterstattung noch schlechter zu machen hilft niemandem sondern sorgt zudem nur dafür, dass wir vom Ausland her müde belächelt werden. Das ist und wird mit Sicherheit nicht der Stil des "FANmagazins" sein.

So gesehen gilt nicht nur "Euro 2008, wir sind bereit", schon für die WM 2006 sollten wir das sein und wenn alle an einem Strang ziehen, sind wir das auch - sei es medial, sportlich oder durch den "wichtigsten Teil" des Spiels, die Fans, dem sogenannten 12. Mann. (sb)

Für Sport-Fans gibt es eine neue Zeitschrift, das "FANmagazin" (Verlag & Werbegrafik Laber GmbH). Das erste Heft für August/September ist kürzlich mit einer Auflage von 60.000 Stück erschienen.

Link

fanmagazin.at

  • Artikelbild
    foto: fanmagazin
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