Spanien: Kehrtwende der Sozialisten

14. September 2004, 17:25
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Aznar soll nun doch zu Madrid-Anschlägen aussagen

Madrid - Der spanische Ex-Ministerpräsident Jose Maria Aznar soll nun doch vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu den Anschlägen von Madrid aussagen. "Er sollte erklären, was seine Regierung damals getan hat, um ein solches Attentat zu verhindern", sagte Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero. Die Sozialisten vollzogen damit eine Kehrtwende: Zuvor hatten sie eine Vorladung Aznars für unnötig erklärt, weil er kaum zur Aufklärung des Blutbades vom 11. März beitragen könne.

Schweigepakt

Kleinere Parteien hatten den regierenden Sozialisten (PSOE) und Aznars konservativen Volkspartei (PP) daraufhin vorgeworfen, sich auf einen Schweigepakt geeinigt zu haben und damit die Aufklärung des Massakers mit 191 Toten und 1500 Verletzten zu verhindern. Der Aznar-Regierung war unter anderem vorgehalten worden, die Öffentlichkeit angesichts der damals bevorstehenden Parlamentswahlen wissentlich über die Urheber des Attentats getäuscht zu haben. Aznar habe die baskische Untergrundorganisation ETA bezichtigt, als längst festgestanden sei, dass islamistische Terroristen hinter dem Blutbad gesteckt hätten. (APA/dpa)

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