Wiens "British Bookshop" ist kein Twen mehr

16. September 2004, 21:36
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Der 30. Geburtstag wird mit Lesungen von Bill Bryson, Ken Follett und David Sedaris gefeiert

Wien - Ein inzwischen traditionsreiches Tor der Wiener zur englischsprachigen Original-Literatur steht seit nunmehr drei Jahrzehnten offen: Der British Bookshop ist 30 Jahre alt und feiert kommende Woche mit Lesungen von Bill Bryson, Ken Follett und David Sedaris und einem Empfang in der Britischen Botschaft. "Wir sind überwältigt von der positiven Resonanz auf unser Jubiläum", freute sich Filialleiterin Patrica Symonds.

Bei einer geschlossenen Veranstaltung in der Britischen Botschaft am Donnerstagabend (16. 9.) werden 300 geladene Gäste erwartet, darunter 120 Repräsentanten aus der britisch-amerikanischen Verlagswelt. Tags davor (Mittwoch, 15. 9., 18 Uhr) liest der Reiseschriftsteller Bill Bryson, der mit seiner neuen Reise durch die Wissenschaft und ihre Geschichte "A Short History of Nearly Everything" einen Bestseller gelandet hat, aus seinem Buch. Am 16. September (15 Uhr) liest Ken Follett aus "Whiteout", und am 21. September (18 Uhr) folgt David Sedaris mit seinem Werk "Dress Your Family in Corduroy and Denim". Alle drei Autoren signieren auch ihre Bücher.

Zur Historie

Begonnen hat alles mit dem English Reading Room am Stephansplatz, der Teil der Britischen Botschaft war, jedoch 1973 nach einem Regierungswechsel in Großbritannien geschlossen wurde. Als "British Bookshop" wieder ins Leben gerufen wurde das englischsprachige Buchangebot 1974 von Wendy Hadwiger gemeinsam mit der bekannten Buchhandlung "Blackwell's" in Oxford, die im Keller den größten Raum Europas hat, der ausschließlich dem Bucherverkauf gewidmet ist.

Das sich in einem Hauseingang wohl verbergende und "etwas schwierig zu findende" (so Symonds mit typisch britischem Understatement) erste Verkaufslokal in der Weihburggasse 8 in Wien - Innere Stadt führte dazu, dass der Bookshop hauptsächlich von Österreichern aufgesucht wurde. "Man musste wissen, wo der British Bookshop war", so Symonds. "Wir waren fast ein Geheimtipp". Was sich nach dem Umzug ins Geschäftslokal in der Weihburggasse 24 und der Errichtung einer zweiten Filiale auf der Mariahilferstraße (Wien-Neubau) im Jahr 2001 geändert hat.

Gewachsener Markt

"Es gab immer einen Markt" und "zu Beginn glücklicherweise wenig Konkurrenz", so Symonds über die Geschäftshistorie des Bookshops. "Wir hatten sehr viel Glück in den Anfangstagen". Die Konkurrenzsituation habe sich in letzter Zeit verschärft, mehr Geschäfte verkaufen englischsprachige Bücher. "Aber zum Glück kaufen die Menschen auch mehr".

Bis heute ist der British Bookshop nach Angaben auf der Homepage die größte rein englischsprachige Buchhandlung auf dem europäischen Kontinent. Kunden sind neben Lehrern und Schülern auf der Suche nach Futter für ihre Matura-Leseliste auch viele weitere Wiener, die Interesse an englischsprachiger Literatur haben. "Es erstaunt mich nach wie vor, zu welchem Ausmaß die Österreicher Bücher in der Original-Sprache lesen", so Symonds, die "erst" 25 Jahre hier ist. (APA)

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