"Haider ist der Robin Hood Österreichs"

21. September 2004, 14:27
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Für den Tiroler Loden-Chef Gebauer wäre der Kärntner Standort bei weiterem Rechtsstreit mit Versicherung "mittelfristig nicht zu halten"

Klagenfurt - Er habe sich an den Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider (F) um Hilfe gewandt, denn "Haider ist der Robin Hood Österreichs", begründete Tiroler Loden-Chef Andreas Gebauer den gemeinsamen Auftritt in Klagenfurt.

Zudem sei seine finanzielle Situation nach den Turbulenzen um die Raiffeisen-Bezirksbank St. Veit/Glan sehr angespannt. "Ich werde nicht das Geld haben, den Rechtsstreit mit der Uniqa zu Ende zu führen", sagte Gebauer.

Forderungen von 60 Millionen Euro

Die Höhe der Forderungen an die Versicherung bezifferte Gebauer mit inzwischen 60 Mio. Euro. Die Hälfte davon sei Sachschaden, der Rest seien Schadenersatzforderungen. Gebauer kritisierte, dass er trotz eines OGH-Urteils zu seinen Gunsten jede Summe extra bei der Versicherung einklagen müsse. "Da entstehen Kosten in Millionenhöhe."

Haider und Gebauer meinten zudem, es sei nicht auszuschließen, dass Gebauer weiter zu Unrecht verfolgt werde. Haider: "Es könnte sein, dass die in ihrer Panik noch einmal etwas inszenieren, die Sache ist noch nicht gegessen." Immerhin hätte man über Jahre hinweg versucht, Gebauer etwas anzuhängen. Die Versicherung versuche offenbar, die Sache so lange zu verschleppen, bis Gebauer das Handtuch werfe.

Gleiches Muster bei anderen Fällen

Gebauer meinte, er sei überzeugt davon, dass es noch andere Fälle gebe, wo das Bundeskriminalamt nach gleichem Muster vorgegangen sei. "Da sind die Leute halt untergegangen."

Er wolle jedenfalls seine Firma wieder aufbauen, habe auch schon ein fertiges Projekt für Tirol und Kärnten in der Schublade. Wenn es ihm aber nicht gelinge, Tiroler Loden wieder zum Laufen zu bringen, sei mittelfristig auch der Kärntner Standort nicht zu halten.

Hintergrund

Ihren Anfang hat die ganze Causa in der Nacht auf den 4. Juni 2001 genommen. Damals brannte die Produktionshalle des Innsbrucker Textilunternehmens Tiroler Loden GmbH bis auf die Grundmauern nieder. Gebauer wurde Anstiftung zur Brandstiftung vorgeworfen.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen weiter. Der Geschäftsmann wies bisher jede Schuld von sich. Am 26. August dieses Jahres zog der angebliche Brandstifter und Kronzeuge Günter Mathes sein ursprüngliches Geständnis zurück und belastete mit seinen Aussagen das Bundeskriminalamt (BK) schwer.

In einem Interview in der Tiroler Nachrichtenillustrierten "ECHO" sagte Mathes, er sei zu einer belastenden Aussage genötigt worden, obwohl er den Brand nicht gelegt habe. So seien ihm Schuldenfreiheit, eine neue Identität und Geld versprochen worden.

Gebauer erklärte am Montag, Mathes hätte widerrufen, als ihm von U-Richterin und Staatsanwältin in Innsbruck klar gemacht worden sei, dass es keinesfalls Straffreiheit geben könne. (APA)

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