Deutscher Ethikrat gegen Klonen menschlicher Embryonen für Forschungszwecke

17. September 2004, 19:16
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Berlin - Der deutsche Nationale Ethikrat hat sich gegen das Klonen menschlicher Embryonen zu Forschungszwecken ausgesprochen. Dies gab das Gremium am Montag in Berlin bekannt. Der Rat hatte mehr als ein Jahr intensiv über das Thema beraten. Wirtschaftsminister Wolfgang Clement hatte am Freitag mit der Forderung für Wirbel gesorgt, die Stammzellforschung in Deutschland unbegrenzt zuzulassen.

Das Klonen menschlicher Embryonen zur Herstellung von Stammzellen - wie auch zur Fortpflanzung - ist in Deutschland verboten. Gleichzeitig ist unter strengen Auflagen die Forschung an Stammzellen aus dem Ausland erlaubt, die bereits vor dem Stichtag 1. Jänner 2002 gewonnen wurden. Das hatte der Bundestag nach heftigem Streit in einem parteiübergreifenden Kompromiss zur Stammzellforschung 2002 beschlossen.

Der Nationale Ethikrat unter Vorsitz von Spiros Sinitis besteht aus 25 Mitgliedern, die von Bundeskanzler Gerhard Schröder berufen wurden. Die Experten sollen die Regierung in biomedizinischen Fragen beraten. Der Bundestag hatte sich 2003 mit großer Mehrheit für ein weltweites Klonverbot ausgesprochen. Die Entscheidung Großbritanniens in diesem Jahr, das Forschungsklonen zu erlauben, hat die Debatte auch in Deutschland neu entfacht. (APA/AP)

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