SPÖ: Verhöhnung der Arbeiter

15. September 2004, 16:41
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Kritik an Haupts Aussagen über Anzahl der Betroffenen - Darabos: FPÖ setze zu "finalem Verrat an den Arbeitern an"

Wien - Die SPÖ bleibt bei ihrer Kritik an dem vorliegenden Regierungsentwurf zur Pensionsharmonisierung: sowohl SPÖ-Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos als auch SPÖ-Frauensprecherin Gabriele Heinisch-Hosek kritisierten in Aussendungen am Montag die Schwerarbeiterregelung und die Benachteiligungen von Frauen. Sie schießen sich insbesondere auf die Aussagen von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V) und Sozialminister Herbert Haupt (F) in der gestrigen ORF-Sendung "Offen gesagt" ein.

Darabos spricht von einer "Verhöhnung der Arbeiter", wenn für Sozialminister Haupt lediglich rund 6.000 von 3,2 Millionen Beschäftigten in Österreich in die Schwerarbeiterregelung fallen sollen. Die FPÖ setze zum "finalen Verrat an den Arbeitern" an, da die von Haupt angekündigten 5.800 bis 6.500 Personen nur rund 0,2 Prozent der Beschäftigten ausmachen würden. Darabos räumt ein, dass man bei der Definition von "Schwerarbeit" differenziert vorgehen müsse, allerdings sei die von Haupt genannte Zahl "beschämend niedrig". Haupt verhöhne die Arbeiter, wenn er bei seiner Definition nicht die Art der Arbeit berücksichtige, sondern lediglich eine so niedrige Zahl nenne.

Pensionsreform fördere Lebensmodell mit Kind

Heinisch-Hosek weist vor allem daraufhin, dass mit dieser Pensionsreform nur das Lebensmodell mit Kind gefördert werde. In Richtung Wirtschaftsminister Bartenstein meint sie, dass er Frauen in zwei Klassen einteile: in Frauen, die kinderlos - "auf Grund fehlender Rahmenbedingungen" - bleiben oder die lange Teilzeitbeschäftigungen nachgehen und in Frauen mit Kind.

Frauen seien "sicher nicht die Gewinnerinnen dieser Reform". Denn: "die Anhebung des Durchrechnungszeitraums auf die gesamte Erwerbstätigkeit benachteiligt auf Grund ihres spezifischen Erwerbsverlaufs vor allem die Frauen", so die Frauensprecherin. Sie kritisiert wiederholt die Tatsache, dass für Frauen kein "Pensionskorridor" möglich ist. Bartenstein solle einen Blick auf die Altersarbeitslosigkeit von Frauen werfen, dann werde ihm klar werden, dass auch für Frauen diese Möglichkeit geschaffen werden muss. (APA)

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