Ermittler machen Fortschritte nach Anschlag in Jakarta

15. September 2004, 10:08
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Australien will Botschaft aus Sicherheitsgründen verlegen

Sydney - Vier Tage nach dem Anschlag auf die australische Botschaft in Indonesien haben Ermittler erste substanzielle Fortschritte bei den Ermittlungen gemacht. Es sei gelungen, die Fahrgestellnummer des Kleinbusses zu identifizieren, in dem die Bombe gezündet worden sei, sagte der australische Polizeichef Mick Keelty am Montag im australischen Rundfunk. Schon beim Bombenanschlag auf Bali vor knapp zwei Jahren mit mehr als 200 Toten habe die Fahrgestellnummer eines mit der Bombe präparierten Wagens entscheidende Rückschlüsse auf die Täter zugelassen.

Jüngsten Ermittlungen zufolge habe es bei dem Anschlag in Jakarta offenbar zehn Tote gegeben, unter ihnen drei Frauen, sagte Keelty weiter. Die Behörden gingen zudem davon aus, dass sich unter den Toten vermutlich nur ein Selbstmordattentäter befunden habe, nicht wie bisher vermutet zwei oder mehr. Zunächst aber müssten noch weitere DNA-Tests an gefundenen Körperteilen vorgenommen werden.

Die australische Regierung plant unterdessen offenbar die Verlegung der australischen Botschaft in Jakarta an einen sichereren Ort in der Stadt. Die diplomatische Vertretung solle in ein größeres und zudem besser zu sicherndes Gebäude verlegt werden, sagte Außenminister Alexander Downer der Tageszeitung "The Australian". Für den Anschlag machen australische und indonesische Behörden die Organisation Jemaah Islamiyah verantwortlich, die in Verbindung mit dem El-Kaida-Netzwerk stehen soll. (APA)

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