Australischer Software-Pirat wird an die USA ausgeliefert

24. September 2004, 14:35
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Erster Fall von Auslieferung im Falle eines Urheberrechtsprozesses

In Australien schreibt ein Software-Pirat nun Rechtsgeschichte. Zum ersten Mal kommt es im Falle einer Urheberrechtsverletzung zu einer Auslieferung. Der Raubkopierer war Mitglied des internationalen Piratenrings "DrinkorDie" und soll nun an die USA ausgeliefert werden.

"DrinkorDie"

Die Gruppe "DrinkorDie" wurde ursprünglich in Russlang gegründet, hatte aber schnell ein weltweites Netzwerk. In den USA wurden bereits elf Mitglieder der Gruppe, die einen Schaden von mehr als 50 Millionen Dollar durch den Verkauf illegale Kopien von Musik und Filme gemacht haben soll, vor Gericht gestellt. Der Australier, der unter dem Namen "BanDiDo" tätig war, war nie auf US-amerikanischem Boden aktiv gewesen, hatte aber nach US-Rechtssprechung die Urheberrechtsvergehen in den USA begangen.

Hin und her

Zunächst hatte die US-Justiz mit ihrem Auslieferungsantrag auf Granit gebissen. Doch nun wurde dem antrag stattgegeben. Die Verteidiger des angeklagten legten Berufung ein. Die Kläger wollen "BanDiDo" wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung vor Gericht sehen. Der Australier könnte nun, wenn der Berufung nicht stattgegeben wird, vor einem fremden Gericht zur Verantwortung gezogen werden; ihm drohen im Falle einer Verurteilung zehn Jahre Haft oder 500.000 Dollar Geldstrafe.(red)

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