Japan: 30.000 protestieren auf Okinawa gegen US-Militärpräsenz

16. September 2004, 10:36
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Flughafenschließung nach Hubschrauberabsturz gefordert

Tokio - Rund 30.000 Menschen haben am Sonntag auf der südjapanischen Insel Okinawa gegen die dortige US-Militärpräsenz protestiert. Bei der größten anti-amerikanischen Demonstration seit neun Jahren versammelten sich die Menschen auf dem Campus der Internationalen Universität von Okinawa, wo am 13. August ein US-Militärhubschrauber abgestürzt war. Der Bürgermeister der Stadt Ginowan, Yoichi Iha, forderte mit Blick auf das Unglück mit drei verletzten Besatzungsmitgliedern die Schließung des US-Militärflughafens Futemma. Er befürchtete mögliche weitere Unfälle mit Toten und Verletzten.

Auf der südjapanischen Insel Okinawa sind rund 65 Prozent der insgesamt 40.500 US-Soldaten in Japan stationiert. Tokio und Washington haben sich zwar auf eine Verringerung der Truppen geeinigt, doch gibt es noch keine konkrete Umsetzung. Die Bürger Okinawas stehen den US-Soldaten kritisch gegenüber, weil diese zahlreiche Straftaten begangen haben sollen. 1995 gingen auf Okinawa rund 85.000 Menschen auf die Straße, um ihrer Empörung über die Vergewaltigung eines zwölfjährigen japanischen Mädchens durch US-Soldaten Luft zu machen. (APA)

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