Keine Strafmandate bezahlt: USA wollen Militärhilfe für Prag kürzen

12. September 2004, 22:28
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Prager Diplomaten sehen sich ungerecht behandelt - Die größten Parksünder sind Ägypter

Prag - Die USA wollen die militärische Hilfe für ihren NATO-Verbündeten Tschechien um 81.000 Dollar (66.290 Euro) kürzen, weil die tschechischen Diplomaten in Washington und New York ihre Geldstrafen für falsches Parken nicht zahlen wollen. Die von 1997 bis 2003 angehäuften Schulden liegen gerade bei der genannten Summe, berichtete die tschechischen Tageszeitung "Pravo" (Samstag-Ausgabe) unter Berufung auf die US-Botschaft in Prag.

Prag: "Umstritten"

Das Prager Außenministerium weiß nach Angaben seines Sprechers Vit Kolar über das Problem Bescheid, bezeichnete jedoch die Summe sowie die Geldstrafen selbst als "umstritten". Das New Yorker Rathaus respektiere nicht die entsprechende Wiener Konvention über diplomatische Beziehungen, so der Sprecher.

Darüber hinaus habe der UNO-Ausschuss für die Beziehungen mit dem Gastgeberland 2002 ein Abkommen mit der Stadt New York unterzeichnet, dessen Bestandteil die Amnestierung der Geldstrafen für falsches Parken gewesen sei. "New York hat jedoch aufgehört, dieses Abkommen zu respektieren, und Anfang 2004 begonnen, diese Summen von verschiedenen diplomatischen Missionen zu verlangen", erklärte Kolar.

Ägypten ist größter Parksünder

Die tschechischen Diplomaten sind dabei angeblich nicht die größten "Parksünder". Beispielsweise haben die Verkehrspolizisten den Griechen von 1997 bis 2003 Geldstrafen in Höhe von einer halben Million Dollar erteilt. Klar an der Spitze der Tabelle steht jedoch Ägypten mit zwei Mio. Dollar, gefolgt von Kuwait (1,2 Mio. Dollar), Nigeria (fast eine Mio. Dollar), Indonesien, Marokko, Brasilien, Pakistan, Senegel, Angola und dem Sudan, schreibt die Zeitung. (APA)

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