Bank in Bangladesch - Handy statt Kredit für Arme

20. September 2004, 17:11
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Bettler sollen als lebende Telefonzellen Geld verdienen können

Dhaka - Die für ihr soziales Engagement bekannte Grameen-Bank in Bangladesch hat sich ein neues Programm zur Bekämpfung der Armut einfallen lassen: sie vergibt jetzt subventionierte Mobiltelefone an Bettler.

Wie eine Sprecherin der Bank am Samstag vor Journalisten in Dhaka erklärte, ist das Projekt vor allem auf Bettler in den ländlichen Regionen ausgerichtet. Die Teilnehmer des Programms sollen quasi als mobile Anbieter auf der Straße ihr Handy für Passanten bereit halten, die telefonieren möchten. Für jeden auf diese Weise getätigten Anruf erhalten die Bettler von der Bank eine bescheidene Gutschrift, die ihnen erlaubt, die Bereitstellungsgebühr für das Telefon abzuzahlen.

Diese Gebühr beträgt umgerechnet rund 143 Dollar (117,0 Euro). Im bitterarmen Entwicklungsland Bangladesch ist das viel Geld. Dort sind Mobiltelefone, insbesondere im ländlichen Bereich, bisher noch kaum verbreitet. Die Bank, die für ihre Sozialprogramme schon verschiedene internationale Auszeichnungen erhielt, hatte früher bereits ein ähnliches Telefon-Programm für Landfrauen aufgelegt. Langfristig sei damit die Hoffnung verbunden, dieser besonders von Armut bedrohten Bevölkerungsgruppe eine stetige Einkommensquelle zu verschaffen.

Eingeschlossen in das "Bettler-Programm" ist ein zinsloser Kleinkredit, von dem sich die mobilen Telefon-Anbieter einige Waren für den zusätzlichen Straßenverkauf besorgen können. (APA/Reuters)

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