Krenn soll Rücktrittsgesuch bereits in Rom unterzeichnet haben

12. September 2004, 19:31
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Auch am Sonntag nichts Neues aus Rom - Vatikanisches Nachrichten-Bulletin ohne Hinweis auf Krenn-Rücktritt

St. Pölten/Vatikanstadt - Der St. Pöltner Diözesanbischof Kurt Krenn soll bereits während seines Besuchs in Rom ein Rücktrittsgesuch unterzeichnet haben. Das verlautete am Sonntag aus Kirchenkreisen. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es vorerst nicht. Auch die für das Wochenende erwartete offizielle Verkündigung des Rücktritts von Krenn durch den Vatikan war vorerst ausgeblieben. In der katholischen Kirche gilt der Abgang des streitbaren Bischofs aber offenbar als fix.

Auch am Sonntag enthielt das tägliche Bulletin des Presseamtes des Heiligen Stuhls in Rom keine entsprechenden Hinweise - veröffentlicht wurde lediglich der Text der sonntäglichen Angelus Ansprache des Papstes. Aus Kirchenkreisen hieß es dazu, die Verlautbarung von Personal-Angelegenheiten am Sonntag sei an sich nicht üblich und wäre ungewöhnlich gewesen.

Rücktritt nahegelegt

Die katholische Presseagentur Kathpress hatte am Freitag unter Berufung auf römische Kirchenkreise berichtet, der Vatikan habe Krenn den Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen nahe gelegt. Nun wird damit gerechnet, dass der Rücktritt in den nächsten Tagen offiziell wird. Unklar ist noch, ob der Vatikan bei dieser Gelegenheit auch eine Regelung für die Nachfolge Krenns verkünden wird - möglich wäre etwa die Bestellung eines neuen Bischofs oder eines apostolischen Administrators, der bis zur endgültigen Klärung der Nachfolge die Geschäfte in der Diözese führen würde.

Diözesanadministrator

Sollte dies nicht geschehen, dann müsste das St. Pöltener Domkapitel spätestens nach acht Tagen zusammentreten und einen "Diözesanadministrator" wählen. Dieser hätte allerdings nur eingeschränkte Vollmachten und dürfte keine Entscheidungen treffen, die den künftigen Bischof binden könnten.

Der apostolische Visitator der Diözese St. Pölten, der Vorarlberger Bischof Klaus Küng, war am Wochenende in Vorarlberg und dürfte am Montag nach Niederösterreich zurückkehren. Nach Angaben seines Sekretärs wurde Küng vom Vatikan noch nicht über die aktuelle Entwicklung informiert. Rom werde eine gute Entscheidung treffen, hieß es in Küngs Büro am Sonntag auf Anfrage der APA. (APA)

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