Sprengstoff in Jemaah-Islamiyah-Versteck entdeckt

13. September 2004, 10:49
posten

Zweite Gruppe von Attentätern bereitet in Jakarta neue Anschläge vor

Jakarta - Zwei Tage nach dem Terroranschlag auf die australische Botschaft in Jakarta hat die indonesische Polizei Spuren des verwendeten Sprengstoffs in einem Versteck mutmaßlicher Jemaah-Islamiyah-Mitglieder entdeckt. Damit erhärtete sich der Verdacht, dass das südostasiatische Terrornetzwerk hinter dem Anschlag steckte, dem am Donnerstag neun Indonesier zum Opfer gefallen waren. 170 weitere Personen wurden verletzt, als sich vermutlich zwei Attentäter in einem Auto in die Luft sprengten.

Die Polizei geht davon aus, dass die beiden Malaysier Azahari bin Husin und Noordin Top die Bombe bauten und die Selbstmordattentäter rekrutierten. Der indonesische Polizeichef General Dai Bachtiar sagte am Samstag, die Ermittler hätten Spuren von TNT und Schwefel in einer Wohnung nahe des Flughafens entdeckt, die von den beiden gemietet worden sei. Dieselben Substanzen seien am Ort des Anschlages gefunden worden. "Es besteht noch immer Terrorgefahr, insbesondere durch Azahari und Noordin Top", sagte Bachtiar. "Aber wir jagen sie."

Tausend Mitglieder der radikalen Islamistengruppe Hizbut Thahrir versammelten sich am Morgen im Zentrum Jakartas, um gegen Terrorismus zu demonstrieren. Im vergangenen Jahr hatte dieselbe Gruppe gegen die US-Invasion im Irak protestiert. An diesem Samstag, dem dritten Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center, stand auf ihren Bannern: "Der Islam lehnt Terror ab." "Wir sind über den Anschlag vom Donnerstag sehr betrübt", sagte Hizbut-Thahrir-Sprecher Ismail Yusanto. "Wir wollen nicht zu den Unterstützern der Terroristen gezählt werden."

Zweite Gruppe von Attentätern bereitet in Jakarta neue Anschläge vor

Nach dem Anschlag auf die australische Botschaft in Jakarta liegen den australischen Behörden Hinweise auf weitere Anschläge in der indonesischen Hauptstadt vor. Es gebe Geheimdienstinformationen, wonach eine zweite Gruppe von Selbstmordattentätern in der Gegend aktiv sei, sagte der australische Polizeichef Mick Keelty am Samstag dem nationalen australischen Radio. Diese Berichte würden ernst genommen.

Die Extremisten seien offenbar von dem Malaysier Azahari Husin rekrutiert worden. Husin gilt als Drahtzieher des Anschlags am Donnerstag in Jakarta, bei dem neun Menschen getötet und 182 verletzt worden waren. Die Islamistengruppe Jemaah Islamiyah (JI) bekannte sich anschließend zu dem Attentat. (APA)

Share if you care.