New York in russischen Damen-Händen

12. September 2004, 12:22
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Swetlana Kusnezowa und Jelena Dementiewa bestreiten nach Siegen über US-Gegnerinnen das Finale - Doppel-Titel an Nestor/Knowles

New York - Zwei Russinnen bestreiten das Finale der US-Open in New York. Als erste schaffte es die die 19-jährige Swetlana Kusnezowa mit einem 1:6,6:2,6:4-Sieg über die favorisierte Lindsay Davenport (USA) das Endspiel des mit 17,75 Mio. Dollar dotierten Turniers. Sie bestreitet damit ihr erstes Einzel-Endspiel bei einem Grand-Slam-Turnier. Wenig später folgte Landsfrau Jelena Dementiewa, die in einer hochklassigen Auseinandersetzung mit Jennifer Capriati (USA) 6:0, 2:6, 7:6 durchsetzte. Capriati wird somit auch im 13. Anlauf in New York nicht gewinnen, Davenport verpasste mit der Niederlage den Sprung an die Spitze der Weltrangliste, neue Nummer eins wird die im Viertelfinale ausgeschiedene Französin Amelie Mauresmo. Kusnezowa steht in New York auch im Doppel-Endspiel.

Davenport durch Zerrung behindert

Nach dem ersten Spielgewinn hatte Kusnezowa dem druckvollen Spiel von Davenport zunächst kaum etwas entgegen zu setzen. Doch die Weltranglisten-Neunte steigerte sich urplötzlich, schlug viel besser auf und punktete von der Grundlinie. Davenport wirkte dabei unbeweglich. Ursache war eine leichte Zerrung im Hüftbereich, die sie sich beim Einschlagen zugezogen hatte.

Doch die Favoritin biss die Zähne zusammen, profitierte im dritten Satz wieder von Fehlern Kusnezowas und ging mit 3:0 in Führung. Für den 23. Einzel- Sieg in Folge reichte es dennoch nicht, die Außenseiterin schaffte erneut die Wende und nutzte nach 1:27 Stunden gleich ihren ersten Matchball. "Ich kann es nicht glauben. Lindsay hat im ersten Satz so gut gespielt. Ich konnte nur versuchen, im Match zu bleiben", sagte Kusnezowa.

Aufschlag Dementiewas einzige Schwäche

Capriati hatte nach einem katastrophalen ersten Satz, in dem ihr nur vier Punktgewinne gelangen ins Match zurück gefunden und den zweiten Durchgang für sich entschieden. Dann wurde es hochklassig. Der dritte Satz brachte alles, was Tennis zu bieten hat. Lange Rallies, Winner und eine ganze Reihe von Breaks. Dementiewa wirkte als Rückschlägerin noch stärker als bei eigenem Service, bei dem die Russin oft sehr unsicher war. Bei 5:4 schlug die Capriati dann aufs Match auf, doch die Russin konnte mit mutigem Spiel noch einmal kontern. Im Tiebreak gingen die ersten beiden Punkte an die US-Amerikanerin, doch dann zog Dementiewa auf 5:2 davon und verwertete ihren zweiten Matchball. Nach Paris gibt es somit nun auch in Flushing Meadows einen rein russischen Showdown.

Zweiter Titel für Knowles/Nestor

Den Herren-Doppelbewerb gewannen Mark Knowles und Daniel Nestor. Das Duo von den Bahamas und aus Kanada entschied das Finale gegen den Inder Leander Paes und dessen tschechischen Partner David Rikl mit von 6:3,6:3 für sich.

Für Knowles und Nestor war es im achten Grand-Slam-Finale der zweite Titel. Auf dem Weg dahin hatten sie unter anderem die chilenischen Olympiasieger Fernando Gonzalez und Nicolas Massu bezwungen. (rob/APA)

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    Die Traube hing nicht zu hoch für Swetlana Kusnezowa. Die Russin erreichte zum ersten Mal ein Grand-Slam-Finale.

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