Tauziehen um Neubau

17. September 2004, 11:25
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Von Libeskinds Entwurf eines 541 Meter hohen "Freedom Towers" ist nicht viel übrig

Ein Drama tobt rund um den Neubau des World Trade Center. In seinem Zentrum steht der Architekt Daniel Libeskind, dessen gefeierter Entwurf eines 541 Meter hohen "Freedom Tower" im Februar 2003 von einer hochrangigen Jury ausgewählt wurde. Doch der Pächter des Grundstücks, der Immobilieninvestor Larry Silverstein, engagierte daraufhin David Childs, einen Routinier aus dem riesigen Architektenbüro Skidmore, Owings & Merrill, um den Entwurf zu glätten und kommerziell rentabler zu machen.

Im Kompromissvorschlag, der im Dezember 2003 präsentiert wurde, war von Libeskinds artistischen Inspirationen nicht mehr viel übrig. "Der unglaublich schrumpfende Daniel Libeskind" (New York Times) trägt es zwar mit Fassung und steht weiterhin zum Projekt, doch kurz nach der Grundsteinlegung im Juli zog er gegen Silverstein vor Gericht - wegen einer umstrittenen Honorarnote über umgerechnet 700.000 Euro.

Silverstein hat genügend andere Probleme. Die Versicherungen zahlen ihm für die zerstörten WTC-Türme nur 4,5 statt der geforderten sieben Milliarden Dollar. Und Mieter für die neuen Bürogebäude sind bisher rar - auch aus Angst vor neuem Terror. (ef/DER STANDARD, Printausgabe, 11./12.9.2004)

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    Der "Freedom Tower"-Entwurf ist ein matter Kompromiss zwischen den Architekten Libeskind und Childs.

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