Russlands Generalstabschef: Wir kennen Terroristen-Basen im Ausland

12. September 2004, 15:54
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Weitere Anheizung des Konflikts mit Georgien möglich

Moskau - Russland ist sich nach Aussage seines Generalsstabschefs sicher, dass sich in mehreren Nachbarstaaten Terroristen-Stützpunkte befinden.

"Wir haben eindeutige Informationen über die genaue Lage von Terroristen-Basen im Ausland", sagte General Juri Balujewski russischen Medien. "Wenn wir mit diesen Nachbarstaaten, in deren Gebiet diese Stützpunkte lokalisiert wurden, keine Vereinbarung über ein gemeinsames Vorgehen erhalten, dann, denke ich, werden wir die Erlaubnis erhalten, Maßnahmen zu ergreifen", sagte Balujewski der Nachrichtenagentur Itar-Tass.

Präventivschläge

Erst vor wenigen Tagen hatte der General erklärt, Russland behalte sich Präventiv-Schläge gegen Rebellen-Stützpunkte weltweit vor. Wo genau sich die Stützpunkte befinden, auf die er sich jetzt bezog, ließ Balujewski offen. Experten gehen davon aus, dass die Verantwortlichen in Russland neben Armenien, Aserbaidschan und den zentralasiatischen Staaten vor allem Georgien im Auge haben.

Das russische Verhältnis zu Georgien ist gespannt, besonders seitdem der georgische Präsident Michail Saakaschwili versucht, die Kontrolle über Regionen wiederzuerlangen, die die Vereinigung mit Russland anstreben. Eine dieser Regionen ist Süd-Ossetien, dass die Vereinigung mit Nord-Ossetien sucht. Dort fand kürzlich das Geiseldrama in einer Schule statt, bei dem in der Stadt Beslan mehr als 300 Menschen getötet wurden, die Hälfte von ihnen Kinder.

"Gemeinsamer Feind"

"Die russischen Medien und einige offizielle Kreise haben schon begonnen, so zu tun, als gäbe es Verbindungen zwischen Süd-Ossetien und den Geschehnissen in Beslan. Doch die einzige Verbindung ist, dass Russland und Georgien einen gemeinsamen Feind haben - den Terrorismus", sagte Saakaschwili in einem Fernseh-Interview.

Nach den Worten seiner Außenministerin Salome Surabischwili strebt Georgien einen Dialog mit Russland zur Lösung ihres Konfliktes an. "Wir sind für Dialog und Normalisierung der Beziehungen zu Russland und Süd-Ossetien", sagte Surabischwili am Freitag in Sofia nach Gesprächen mit dem bulgarischen Außenminister Solomon Passy. Georgien bemühe sich um einen Beitritt zur EU und NATO und wolle in Frieden mit seinen unmittelbaren Nachbarn leben, sagte Surabischwili.

Eingliederung

Mit Blick auf die autonomen Regionen Adscharien, Abchasien und Süd-Ossetien betonte der Außenminister: "Wir meinen, dass die Probleme nicht mit militärischen Mitteln gelöst werden können und streben eine Eingliederung dieser Gebiete an." Der bulgarische Außenminister sicherte Georgien die Unterstützung Bulgariens für seine Bemühungen zu, "ein Teil der euroatlantischen Region" zu werden. (APA/Reuters)

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