Goldener Löwe für Belgien

10. September 2004, 19:50
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Anthropologisches Projekt "Kinshasa Imaginary City" - Weitere Preise für japanisches Architekten-Team Sanaa und Peter Eisenman

Venedig - Der Länderbeitrag von Belgien für die 9. Architektur-Biennale in Venedig hat am Freitag den Goldenen Löwen der internationalen Ausstellung gewonnen. Das eindrucksvolle anthropologische Projekt "Kinshasa Imaginary City" sei ein provokativer Weg um zu zeigen, dass traditionelle Strategien nicht immer die beste Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit sind, hieß es in der Begründung der Jury. Den Ehrenlöwen erhielt der amerikanische Architekt Peter Eisenman (72) für sein Lebenswerk. Die Biennale unter der Leitung des Schweizers Kurt W. Forster hat das Motto "Metamorph" und wurde am Freitag offiziell eröffnet.

Belgisches Projekt regt Diskussion über die postkoloniale Urbanisation in Afrika an

Der prämierte belgische Beitrag, erdacht von Filip De Boeck und Koen Van Synghel, regt anhand von Fotos, Filmen und Videoaufnahmen zu einer neuen Diskussion über die postkoloniale Urbanisation in Afrika an. Das japanische Architekten-Team Sanaa erhielt den Goldenen Löwen für ein Werk, das das Motto "Metamorph" nach Meinung der Jury am besten interpretiert. Das Duo ist in der Lagunenstadt mit den Projekten für das "21. Century Museum of Contemporary Art" in Kanazawa/Japan und die Erweiterung des "Institut Valencia d'Art Modern" in Spanien vertreten.

Ehrenlöwen für Peter Eisenmann

Der mit dem Ehrenlöwen ausgezeichnete Peter Eisenman stellt auf der Biennale selbst unter anderem sein Projekt für das 34 Stockwerke hohe Max Reinhardt Haus in Berlin vor, das als dreidimensionale, geometrische Form mit einer endlosen Oberfläche erdacht ist. Die beiden Türme scheinen sich ineinanderzuwölben und miteinander zu verschmelzen. Zu den größten Leistungen Eisenmans zählt der Bau des Holocaust-Mahnmals in Berlin.

Schwimmender Pavillon im Arsenal

Für das Publikum ist die Architektur-Biennale an diesem Sonntag erstmals geöffnet. In den Giardini und den großen Hallen des Arsenals sind Entwürfe, Modelle, Fotografien und Filme zu sehen, die sich mit dem Thema der gegenwärtigen Veränderung in der Baukultur auseinander setzen. Einer der Höhepunkte der Schau ist ein schwimmender Pavillon im Arsenal. Unter dem Namen "Città d'acqua" soll der Entwurf eine Hommage an Venedig und andere "Wasserstädte" sein. "Sie werden die Protagonisten der urbanen Szenarien des 21. Jahrhunderts sein", so die Kuratoren.

Die große Architekturschau, von der Teile der Ausstellung anschließend voraussichtlich in China gezeigt werden, ist bis 7. November geöffnet. (APA/dpa)

  • "Kinshasa Imaginary City"
    foto: vai.be

    "Kinshasa Imaginary City"

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