Teures Aufmerksamkeits-Defizit

12. September 2004, 13:30
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Hyperaktivität ist mit Arbeitslosigkeit, hohen Scheidungsraten und vermehrten Autounfällen verbunden

New York - Das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom mit Hyperaktivität (ADHD) verursacht bei den US-Bürgern Kosten von rund 77 Milliarden Dollar ihres Einkommens pro Jahr - mehr als die Kosten wegen Drogenmissbrauch oder Depressionen. "Über drei bis fünf Prozent der Erwachsenen leiden an ADHD, dennoch wissen es die meisten nicht. Über acht Millionen Menschen sind bereits betroffen", sagte Joseph Biederman, Professor der Psychatrie an der Medizinischen Schule der Harvard Universität.

Im Vergleich werden die Kosten wegen Drogenmissbrauch auf 58.3 Milliarden Dollar pro Jahr, die Kosten wegen Depressionen auf 43,7 Milliarden Dollar und die durch Alkoholmissbrauch verursachten Kosten auf 85,8 Milliarden Dollar geschätzt. "ADHD ist eine der teuersten Krankheiten, die wir jemals hatten", sagte Biederman auf einer US-Medical-Association Besprechung in New York.

Arbeitslosigkeit, Scheidungsraten, Autounfälle

Normalerweise betrifft diese Krankheit Kinder, aber mittlerweile sind über acht Millionen Erwachsene von ADHD betroffen. "Die Krankheit ist eng verbunden mit Arbeitslosigkeit, hohen Scheidungsraten und vermehrten Autounfällen", sagte Biederman. High-School-Abgänger mit ADHD haben um 10.800 Dollar weniger Haushaltseinkommen und ADHD-Betroffene beenden seltener die High-School, studieren seltener und nehmen im Gegensatz zu gesunden Menschen kaum Vollzeitjobs an. Die Symptome von ADHD sind für die Arbeitgeber oft sichtbar, daher trauen sich ADHD-Erkrankte kaum im PR-Bereich zu arbeiten.

"Wenn die Krankheit richtig behandelt wird, können Betroffene ihr Studium abschließen, Jobs annehmen und in eine gesicherte finanzielle Zukunft blicken. Aber rund 60 Prozent der an ADHD erkrankten Kinder werden auch im Erwachsenenalter mit dem Symptomen zu kämpfen haben", sagte Rafael Klorman, Professor und Direktor des klinischen Zentrums der Universität von Rochester. In der Behandlung des Aufmerksamkeits-Defizit-Syndroms mit Hyperaktivität werden bei den Erwachsenen erfolgreich die gleichen Medikamente wie bei Kindern angewandt. (pte)

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