Virtuelles EU-Institut zur Bekämpfung von Seuchen

22. Oktober 2004, 16:17
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Brüssel - 300 europäische Forscher von 16 Instituten und Organisationen aus zehn Ländern haben ein virtuelles Institut zur Bekämpfung von Seuchen, die von Tier auf den Menschen übertragen werden, gegründet. Insgesamt stellt die EU für das Med-Vet-Net Med-Vet-Net in den ersten fünf Jahren 14,4 Millionen Euro zur Verfügung.

Das virtuelle Med-Vet-Net soll die meisten der zoonotischen Krankheiten, die von Bakterien, Viren und Parasiten verursacht werden, erfolgreich bekämpfen. Jährlich verursachen die Folgen dieser Erkrankungen etwa sechs Milliarden Euro Kosten innerhalb der EU. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben jährlich 14 Millionen Menschen an Salmonellen, Tollwut und Kryptosporidiose. Die Kryptosporidiose beispielsweise ist eine Darminfektion, die durch den Parasiten Cryptosporidium parvum verursacht wird, der von befallenen Haustieren, Rindern und Menschen mit dem Stuhl ausgeschieden und über verunreinigtes Wasser und Lebensmittel übertragen wird. Normalerweise heilt die Erkrankung nach wochenlang anhaltenden Bauchschmerzen und Durchfällen von selbst aus, allerdings kann es bei abwehrgeschwächten Patienten zu schweren chronischen und tödlichen Verläufen kommen.

Von den 1.451 Krankheitserregern, die menschliche Pathogene sind, stammen 61 Prozent von Tieren. Das Problem wird durch verstärkte Reisetätigkeit, den internationalen Handel mit lebenden Tieren und der Einfuhr von Tieren in bisher unbewohnte Regionen beschleunigt. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre haben die Forscher, die am Med-Vet-Net teilnehmen, mehr als 2.700 Publikationen zum Thema "zoonotische Krankheiten" veröffentlicht. Das Med-Vet-Net wird im Rahmen des EC-Framework 6-Programms ins Leben gerufen. (pte)

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    grafik: www.medvetnet.org
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