Freies Training: Den Crash weggesteckt

12. September 2004, 18:10
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Michael Schumacher war in den Freitag-Trainings Schnel­lster am Rundkurs von Monza - Klien blieb weit zurück, Jaguar wartet mit Piloten-Wahl

Monza - Mit einer eindrucksvollen Demonstration der Stärke ist Michael Schumacher nach seinem Horror-Crash auf die Rennstrecke zurückgekehrt. Mit einem frisch lackierten Helm in den italienischen Nationalfarben raste der Rekord-Weltmeister der Formel 1 acht Tage nach seinem schweren Unfall auf dem Hochgeschwindigkeitskurs in Monza auf Anhieb zur ungefährdeten Bestzeit. "Wie man sieht, habe ich den Crash nicht allzu schlecht weggesteckt", sagte er trocken.

"Wir sind gut vorbereitet"

Zwei Tage vor dem Großen Preis von Italien am Sonntag (14.00 Uhr/ORF und Premiere) benötigte der schon als Weltmeister feststehende Ferrari-Star für die 5,793 Kilometer lange Runde 1:20,526 Minuten. "Ich glaube, wir sind gut vorbereitet. Aber ein Alleingang wird es nicht", sagte der sichtlich zufriedene Deutsche.

Der siebenfache Weltmeister war bei der Generalprobe schneller als Spa-Gewinner Kimi Räikkönen (FIN) im McLaren-Mercedes, der bei seiner Nachmittags-Bestzeit 1:20,846 Minuten benötigte. Der Finne verdrängte den WM-Zweiten Rubens Barrichello (1:20,861) noch von Gesamtrang zwei. "Ein schöner Auftakt, aber es ist unmöglich, jetzt schon Prognosen abzugeben. Ferrari bleibt die Messlatte", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Demonstrative Verbundenheit

Beim Heimspiel im königlichen Park freut sich Schumacher auf die WM-Party mit den Tifosi - mit seinem "italienischen Helm" demonstrierte er die Verbundenheit mit den Anhängern. "Ich habe Italien sehr viel zu verdanken", begründete er die Hommage und präsentierte in Monza neben seinem Helm auch seine neue WM-Mütze mit den sieben Sternen und den sieben Streifen.

Nachdem sich der Ausnahmepilot seinen siebenten WM-Titel vor zwei Wochen beim Belgien-Grand-Prix geholt und Ferrari die Marken-WM schon vor vier Wochen in Ungarn eingefahren hatte, soll sein brasilianischer Teamkollege Barrichello (88 Punkte) in den letzten vier Rennen des Jahres die Vize-Weltmeisterschaft unter Dach und Fach bringen. "Erst dann ist das Jahr ganz perfekt", sagte Schumacher. Der Brite Jenson Button (65) im BAR-Honda sowie die Renault-Piloten Jarno Trulli (Italien/46) und Fernando Alonso (Spanien/45) sind die Barrichello-Rivalen.

Klien zurück

Der Vorarlberger Christian Klien steigerte sich am Nachmittag auf 1:23,199 Minuten und kam damit in dieser Session auf Rang 20. Er lag damit allerdings hinter seinen Jaguar-Markenkollegen Björn Wirdheim (SWE), der am Vormittag mit 1:22,065 sogar Achter gewesen war, und Mark Webber (AUS), für den als beste Marke am Nachmittag 1:22,392 (17.) gestoppt wurden.

Jaguar wartet vor der Entscheidung über die Piloten für die WM-Saison 2005 den Ausgang des "Falles Button" ab, um dessen Wechsel von BAR zu Williams-BMW Probleme aufgetreten sind. "Wir sprechen mit mehreren Fahrern", sagte Jaguar-Direktor David Pitchforth am Freitag in Monza. Einiges hänge vom Budget ab, außerdem wolle man jemanden mit mehr Erfahrung im Team haben.

Jaguar muss Ersatz für den zu Williams wechselnden Australier Mark Webber finden. Einige Kandidaten wollen zuwarten, ob BAR oder Williams einen freien Platz haben. Der Vorarlberger Christian Klien hofft auf eine weitere Saison beim englischen Rennstall. "Wir haben eine Menge Zeit und Geld investiert, um ihn alle Strecken zu lehren, idealerweise würde ich gerne darauf aufbauen", erklärte Pitchforth.(APA)

1. Freies Training:

1. Michael Schumacher (GER) Ferrari 1:20,526 Minuten - 2. Rubens Barrichello (BRA) Ferrari 1:20,861 - 3. Anthony Davidson (GBR) BAR 1:20,902 - 4. Kimi Räikkönen (FIN) McLaren 1:21,637 - 5. Fernando Alonso (ESP) Renault 1:21,778 - weiter: 8. Björn Wirdheim (SWE) Jaguar 1:22,065 - 18. Mark Webber (AUS) Jaguar 1:23,071 - 21. Christian Klien (AUT) Jaguar 1:23,723

2. Freies Training:

1. Kimi Räikkönen (FIN) McLaren-Mercedes 1:20,846 Minuten - 2. Rubens Barrichello (BRA) Ferrari 1:20,899 - 3. Michael Schumacher (GER) Ferrari 1:21,080 - 4. Jenson Button (GBR) BAR-Honda 1:21,124 - 5. Antonio Pizzonia (BRA) Williams-BMW 1:21,264 - 6. Takuma Sato (JPN) BAR-Honda 1:21,313 - weiter: 17. Mark Webber (AUS) Jaguar 1:22,392 - 19. Björn Wirdheim (SWE) Jaguar 1:22,914 - 20. Christian Klien (AUT

  • Michael Schumacher, unbeeindruckt.

    Michael Schumacher, unbeeindruckt.

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