AMS Wien für 2005 wenig optimistisch

10. September 2004, 17:57
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Mehr Personal und Kontrolle in Aussicht gestellt

Wien - Das Arbeitsmarktservice (AMS) Wien hat am heutigen Freitag seine Schwerpunkte für 2005 präsentiert. Vor allem der Langzeitarbeitslosigkeit wolle man an den Kragen. Zusätzliche Planstellen und ein verstärktes Controlling sollen die Vermittlung von Jobsuchenden verbessern. Die schlechte Lage am Arbeitsmarkt wird 2005 allerdings "eher unverändert und dramatisch" bleiben, so AMS-Marketing-Leiter Gerhard Grundtner in einer Pressekonferenz.

Das Wiener AMS reagiert mit einem Schwerpunktprogramm für Langzeitarbeitslose und starker Fokussierung auf Vermittlung von Jobsuchenden auf die schwierige Arbeitsmarktsituation. Mit rund 50 zusätzlichen Planstellen für die Betreuung von Arbeitslosen und Stellenakquisition wolle man "verstärkt auf Ressourcen für Strategien zur Erhöhung der Verbindlichkeit von Arbeitssuchenden und zur verbesserten Kommunikation mit Unternehmen" setzen, sagte die stellvertretende AMS-Landesgeschäftsführerin Ingeborg Friehs.

Bisherige Entwicklung wenig positiv

Wenig positiv ist die bisherige Entwicklung am Wiener Arbeitsmarkt im ersten Halbjahr 2004. Insgesamt waren im August 76.772 Menschen als arbeitslos vorgemerkt. Die vorläufige Arbeitslosenquote stieg dagegen um 0,1 Prozentpunkte auf 9,2 Prozent. Für 2005 rechne man beim AMS mit einem Plus von 3.000 bis 4.000 Arbeitslosen.

Dramatisch die Entwicklung bei den Langzeitarbeitslosen: Von 1999 bis 2001 konnte deren Zahl von 20.624 auf 6.575 durch die "Zielsetzung der damaligen Bundesregierung" gesenkt werden, so Grundtner. Unterstützt wurde diese Entwicklung von einer günstigen Konjunkturlage. Doch mittlerweile ist diese Zahl im Halbjahresschnitt 2004 wieder auf 13.000 Personen angestiegen. Das AMS will nun ab Herbst mit einem neuen - für 9.000 bis 13.500 Personen konzipierten - Programm und intensiver Betreuung, dieser Entwicklung entgegentreten.

"Transitarbeitsplätze"

So soll etwa der "zweite Arbeitsmarkt" mittelfristig ausgebaut werden. Dabei handelt es sich um so genannte "Transitarbeitsplätze", wo Langzeitarbeitslose bis zu einem Jahr in sozial-ökonomischen Betrieben arbeiten können. Laut Friehs gehen 30 Prozent der Teilnehmer eines solchen "Transitarbeitsplatzes" erfolgreich in den ersten Arbeitsmarkt. Ein Transitarbeitsplatz koste etwa 20.000 bis 30.000 Euro pro Jahr. Man wolle diese aber trotzdem ausbauen.

Weiters soll ein verstärktes Controlling erfolgen. Jeder Kurs werde durch die Landesgeschäftsstelle mindestens einmal unangemeldet besucht und kontrolliert, erklärte Friehs. Ziel sei die Qualitätssicherung am Arbeitsmarkt, mehr Sicherheit für das AMS Wien, aber auch für die Maßnahmenträger - also die Bildungseinrichtungen. Auch das Bewerbungsverhalten von Arbeitssuchenden werde "genau unter die Lupe genommen". Weitere Maßnahmen sind verbesserte Anforderungsprofile und Weiterbildungsmaßnahmen für AMS-Mitarbeiter.(APA)

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