Blei aus Armaturen im Trinkwasser

15. September 2004, 09:22
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Bei AK-Wassertest wurde Schwermetall-Belastung nicht nur durch alte Leitungsrohre entdeckt

Wien - Erstaunliches Ergebnis einer Untersuchung der Arbeiterkammer Wien: Nicht nur alte Leitungsrohre, auch moderne, neue Wasserhähne geben Blei ab.

Ein Test von 13 Küchen- und Badezimmerarmaturen hat demnach gezeigt, dass mit lediglich einer einzigen Ausnahme kein Blei im Wasser nachgewiesen wurde, wenn das Wasser 24 Stunden unbewegt in der Armatur stand.Die Armaturen wurden bei dem Test mit destilliertem Wasser aufgefüllt.

Bleibelastung

Würde ein Kind regelmäßig dieses Wasser trinken, würde es schon alleine von den am wenigsten bleibelasteten Armaturen bis zu 14 Prozent der maximal empfohlenen Bleimengen aufnehmen. Bei der am höchsten belasteten Armatur wäre dies sogar 200 Prozent, hieß es in der AK-Aussendung. Neben Blei wurden auch Schwermetalle wie Cadmium, Nickel oder Kupfer ans Wasser abgegeben.

Belastung im Wochendurchschnitt

Nach der geltenden Trinkwasserverordnung dürfen laut AK derzeit im Wochendurchschnitt maximal 25 Mikrogramm Blei pro Liter Trinkwasser enthalten sein. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt sogar einen Wert von zehn Mikrogramm je Liter, der ab 2013 auch gelten wird. Für Nickel gilt ein Höchstwert von 20 Mikrogramm je Liter, für Cadmium fünf Mikrogramm und für Kupfer maximal 2.000 Mikrogramm pro Liter.

In Sachen Blei wurde bei drei von 13 Armaturen zehn bis 15 Mikrogramm Blei festgestellt. Bei einer Armatur wurden im Wasser sogar 76,8 Mikrogramm nachgewiesen. Laut AK kann Blei bei chronischer Belastung zu Magenerkrankungen, Nierenstörungen, Kopfschmerzen oder Müdigkeit führen.

Einen Liter rinnen lassen

Die Arbeiterkammer forderte die Produzenten auf, Armaturen vor dem Verkauf zu testen. Konsumenten können sich demnach schützen, in dem sie etwa in der Früh oder nach längerer Abwesenheit zumindest einen Liter abrinnen lassen, bevor sie Trinkwasser entnehmen.

Jeder Haushalt in ganz Österreich kann die Qualität seines Trinkwassers testen lassen. Die Box "Wassercheck" ist seit August in allen Filialen der Österreichischen Post um 45 Euro erhältlich. Innerhalb von vier Wochen kommt das Testergebnis retour. (APA)

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