Spanischer Premier ruft Länder der Koalition zum Abzug auf

12. September 2004, 09:50
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"Dies würde bessere Perspektiven für den Irak eröffnen", so Zapatero - Lösung nur durch Dialog möglich, nicht durch Krieg

Madrid - Der spanische Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero hat die Länder der US-geführten Koalition aufgerufen, dem Beispiel Spaniens zu folgen und sich ebenfalls aus dem Irak zurückzuziehen. "Dies würde bessere Perspektiven für den Irak eröffnen", sagte er nach spanischen Presseberichten vom Freitag bei einem offiziellen Besuch in Tunesien.

Dialog statt Krieg

Eine friedliche Lösung des Konflikts sei nur auf dem Wege des Dialogs möglich, nicht mit einem Krieg, kritisierte Zapatero die Politik der USA. Spanien hatte seine 1300 Soldaten wenige Monate nach dem Wahlsieg der Sozialisten (PSOE) im vergangenen März aus dem Irak abgezogen.

Antworten, die die Gewalt verringern helfen

Der Terrorismus sei zwar durch nichts zu rechtfertigen. "Es gibt aber Antworten, die die Gewalt verringern helfen und solche, die sie vermehren", ergänzte er. So sei seinerzeit behauptet worden, die Irak-Intervention würde zum Frieden zwischen Israel und den Palästinensern beitragen. Doch nun sei die Lage noch schlimmer als zuvor. Der von den USA und seinen Alliierten beschrittene Weg sei völlig falsch gewesen.

Der australische Regierungschef John Howard wies seinerseits Forderungen nach einem Rückzug aus dem Irak zurück. "Wir werden unsere Außen- oder Sicherheitspolitik nicht von terroristischen Drohungen bestimmen lassen", sagte Howard am Freitag. Zuvor hatte sich die Islamistengruppe Jemaah Islamiyah auf einer Website zu dem Anschlag auf die australische Botschaft in Jakarta am Donnerstag mit neun Toten bekannt. (APA/dpa)

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