Immer mehr Männer erkranken an Brustkrebs

15. September 2004, 12:41
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Rate der Neuerkrankungen steigt seit Anfang der sechziger Jahre kontinuierlich an

Freiburg - Immer mehr Männer erkranken an Brustkrebs. In Deutschland kommen derzeit jährlich 350 bis 400 neue Fälle hinzu, wie die Deutsche Gesellschaft für Senologie in Freiburg berichtete. Zwar mache Brustkrebs nur 0,2 Prozent aller Tumore beim Mann aus, doch steige die Rate der Neuerkrankungen seit Anfang der sechziger Jahre kontinuierlich an. Problematisch sei, dass nur etwa fünf Prozent dieser Tumore im Frühstadium diagnostiziert würden. In etwa 60 Prozent der Fälle entdecke der Betroffene die Geschwulst zu einem Zeitpunkt, da er bereits in das umliegende Gewebe gestreut habe.

Bei Frauen dagegen werden mittlerweile bis zu 20 Prozent der Mammakarzinome frühzeitig erkannt. "Dies kommt daher, dass sowohl die Bevölkerung als auch die Ärzte für Brustkrebs bei Frauen vergleichsweise stark sensibilisiert sind", erklärte der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Senologie, Diethelm Wallwiener. Männer rechneten dagegen in den seltensten Fällen damit, dass sie einen Tumor in der Brust haben könnten. Es sei jedoch wichtig, dass sie einen Arzt aufsuchten, sobald sie knotige Veränderungen ertasteten.

Auf hundert Frauen kommt ein Mann

Bei Männern wachsen laut Wallwiener 93 Prozent aller Tumore im Bereich der Brustwarze oder des Warzenhofes. Bei Frauen dagegen liege mehr als die Hälfte im oberen äußeren Viertel der Brust. Ähnlich wie bei den Frauen entspringen dem Professor zufolge bei Männern etwa 80 Prozent der Tumore den Drüsengängen der Brust. Auf 100 erkrankte Frauen komme ein Mann.

Da das Mammakarzinom beim Mann sehr selten sei, gebe es bislang kaum standardisierte Therapien, beklagte Wallwiener. Nach seinen Angaben liegt das Durchschnittsalter bei den Neuerkrankungen bei 66 Jahren. Angesichts dieses relativ hohen Alters und möglicher anderer Erkrankungen vertrügen die männlichen Patienten so genannte systemische Therapien wie Hormon- oder Chemotherapie schlechter als Frauen. (APA)

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