Oracle erhält grünes Licht für PeopleSoft-Übernahme

17. September 2004, 11:11
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US-Gericht bestätigt Rechtmäßigkeit - Komplizierter Showdown wird erwartet

Im Übernahmekampf um PeopleSoft hat ein US-Gericht in San Francisco dem Softwareriesen Oracle nun Rückenwind gegeben. Das Gericht unter Vorsitz von Vaughn Walker entschied, dass Oracle mit seinem feindlichen, 7,7 Milliarden Dollar schweren Übernahmeversuch fortfahren darf. Damit wurden Kartellrechtsbedenken, die das Justizministerium gegen eine Übernahme erhoben hatte, verworfen. Nunmehr wird in dem seit vorigem Jahr dauernden Match ein eher kompliziertes Endspiel erwartet, berichtet das Wall Street Journal (WSJ) am Freitag.

Ausdauernd

Die Übernahmeschlacht um PeopleSoft dauert nun schon mehr als ein Jahr. Im Juni 2003 hatte Oracle 5,1 Milliarden Dollar für PeopleSoft geboten, das Angebot aber bereits im Juli vergangenen Jahres auf 7,3 Milliarden Dollar hochgeschraubt. Das Anfang Februar 2004 auf 9,4 Milliarden Dollar angehobene Angebot war im Mai durch das aktuelle Angebot von 7,7 Milliarden Dollar oder 21 Dollar pro Aktie abgelöst und vom PeopleSoft-Vorstand postwendend abgelehnt worden.

Widerspruch

Gegen die mögliche Übernahme hatten von Anfang an Oracle-Konkurrenten wie Microsoft, SAP und IBM opponiert und kartellrechtliche Bedenken erhoben. Auch nach der Entscheidung des kalifornischen Gerichts ist die Übernahme von PeopleSoft für Oracle noch nicht über die Bühne. In Europa stehen Oracle, hinter Microsoft die weltweite Nummer zwei auf dem Softwaremarkt, möglicherweise ebenfalls kartellrechtliche Prüfungen bevor.

Berufung

Darüber hinaus hat Richter Walker den US-Kartellwächtern die Möglichkeit gegeben, gegen die Entscheidung innerhalb der kommenden zehn Tage Berufung einzulegen. Auf alle Fälle erhöht die kalifornische Gerichtsentscheidung aber den Druck auf PeopleSoft, sich mit dem aktuellen Angebot von Oracle ernsthaft auseinanderzusetzen. "Durch das Urteil wird der PeopleSoft-Vorstand verpflichtet, sich mit uns zusammenzusetzen", sagte in einer ersten Stellungnahme Oracle-Chairman Jeffrey O. Henley. PeopleSoft befindet sich nunmehr jedenfalls in einer schwachen Position, vor allem, da die bisherigen Auseinandersetzungen um die feindliche Übernahme dem Unternehmen Einiges an Geld gekostet haben. Das Unternehmen gab in einer ersten Reaktion vorerst bekannt, die Gerichtsentscheidung prüfen zu wollen. (pte)

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