Umfrage: Pensionsreform bringt Vertrauensverlust für Schüssel

11. September 2004, 17:49
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Kanzler verlor über den Sommer sieben Prozentpunkte - Präsident Fischer baut Führung aus - Mit Infografik

Wien - Der Präsident legt weiter zu, der Kanzler baut ab: Der Gewinner und der Verlierer der aktuellen Umfrage für den APA/OGM-Vertrauensindex (500 Telefoninterviews, 7./8. September) sitzen einander am Ballhausplatz in der Wiener Innenstadt gegenüber. "Heinz Fischer lebt seine Rolle wirklich gut und das wird von der Bevölkerung sehr gut angenommen", kommentiert OGM-Politologe Peter Hajek die Werte des Staatsoberhaupts. Für die Verluste Schüssels macht er die Vorgangsweise bei der Pensionsharmonisierung verantwortlich.

Fischer, der im Vergleich zum Juni elf Punkte zulegen konnte, erreicht nunmehr mit 56 Punkten einen Wert, den sonst nur Landeshauptleute aufweisen können. Die Außenministerin und designierte EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner (V), Landwirtschaftsminister Josef Pröll (V), Grünen-Chef Alexander Van der Bellen und Innenminister Ernst Strasser (V) folgen mit Respektabstand und erreichen Werte zwischen 24 und 18 Punkten.

Schüssel erlitt größten Vertrauensverlust

Den größten Vertrauensverlust über den Sommer musste Bundeskanzler Schüssel hinnehmen, der sieben Punkte abgebaut hat und nun bei minus acht hält. "Schüssel leidet an der Pensionsreform. Das ist aber noch keine Bewertung der Pensionsreform an sich, sondern der Performance, wie es gemacht wird", kommentiert Hajek.

Der Meinungsforscher weist jedoch darauf hin, dass Schüssel noch immer vor Alfred Gusenbauer liegt, auch wenn dieser im Vergleich zum Juni sieben Punkte gewonnen hat. Der SPÖ-Chef erhole sich nur langsam von dem Einbruch, den er nach seinem "Pogrom"-Sager zur Jahresmitte erlitten habe.

Im Vergleich zum Juni zulegen konnten auch Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V), Verteidigungsminister Günther Platter (V), Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (V) und Sozialminister Herbert Haupt (F).

Die "rote Laterne" hat mit minus 34 Punkten weiterhin der freiheitliche dritte Nationalratspräsident Thomas Prinzhorn, für FPÖ-Klubchef Herbert Scheibner wird ein Minus von 20 Punkten ausgewiesen. Mit minus zwölf und minus elf folgen in der Negativ-Hitparade Haupt und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (V).

"Vertrauen Sie xy oder vertrauen sie xy nicht oder kennen Sie xy nicht", lautet die Frage von OGM. Aus den beiden Werten wird dann der Saldo gebildet, der für das Ranking herangezogen wird. (APA)

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