Texanischer Politiker gibt Intervention für Bush zu

15. September 2004, 16:54
6 Postings

Eintritt in die Nationalgarde ersparte den Einsatz in Vietnam

Washington - In der Debatte um den Dienst des jungen George W. Bush bei der Nationalgarde in Texas statt beim Militär in Vietnam hat ein texanischer Politiker seine Intervention zu Gunsten des jetzigen US-Präsidenten eingeräumt. Der frühere stellvertretende Gouverneur von Texas, Ben Barnes, hat öffentlich eingestanden, Bush sei auf seinen Wunsch hin damals Hunderten Antragstellern vorgereiht worden, um ihm einen Platz in der Nationalgarde zu ermöglichen. "Ich bin nicht sehr stolz darauf, was ich getan habe", sagte Barnes bei einem Interview im Sender CBS.

Habe meine Machtposition missbraucht

Der heute 66-Jährige schilderte, wie er als junger Politiker in Texas einflussreichen Bekannten einen Gefallen getan habe, indem er für die Aufnahme ihrer Söhne oder Bekannten in die Nationalgarde intervenierte. Dadurch konnten sie der Einberufung zum Vietnam-Krieg entgehen. "Obwohl ich verstehe, warum Eltern ihre Söhne vor der Gefahr beschützen wollten, habe ich meine Machtposition missbraucht und nur solchen geholfen, die mich kannten oder die sonst Zugang zu mir hatten", erläuterte Barnes.

Ich fühle mich schuldig, dass ich nur den Männern mit Beziehungen half

Im Fall von Bush habe ein Freund von Bushs Vater George H.W. Bush, der bereits verstorbene texanische Geschäftsmann Sydney Adger, ihn 1968 gebeten, sich für den jungen Mann einzusetzen. Daraufhin habe er Brigadegeneral James Rose, den Oberkommandierenden der Nationalgarde in Texas, angerufen und die Aufnahme von George W. Bush erreicht, erklärte Barnes. Dadurch blieb Bush die Einberufung nach Vietnam erspart. Wenn er heute das Vietnam-Denkmal mit den eingravierten Namen der toten Soldaten besuche, fühle er sich schuldig, dass er den jungen Männern mit Beziehungen geholfen habe und sie anderen vorgereiht habe.

Von Seiten der Republikaner wurde betont, dass Barnes ein Demokrat sei und zu den Wahlspendern für den demokratischen Herausforderer von Präsident Bush, John F. Kerry, gehöre. Seine Aussagen seien im Zusammenhang mit dem laufenden Präsidentschaftswahlkampf zu sehen. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.