Außenminister Tokajew und Atomteststoppbehörde unterzeichnen Anlagenvereinbarung

13. September 2004, 10:02
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Weltweite Überwachung von Nuklearversuchen

Wien - Der kasachische Außenminister Kasymschomart Tokajew und der der deutsche Diplomat Wolfgang Hoffmann, Exekutivsekretär der Vorbereitenden Kommission der Atomteststoppbehörde (CTBTO PrepCom), haben am Donnerstag in Wien eine Anlagenvereinbarung unterzeichnet.

Sie gewährleistet der Vorbereitenden Kommission die rechtlichen Grundlagen für Arbeiten an den Einrichtungen des Internationalen Überwachungssystems (IMS) auf dem Boden der zentralasiatischen Republik, wie die CTBTO in einer Aussendung mitteilte.

Die Vorbereitende Kommission hat bisher 30 Abkommen mit Staaten geschlossen, die IMS-Einrichtungen beherbergen. Fünf der weltweit 337 Anlagen stehen in Kasachstan. Mit Hilfe von seismischen, hydroakustischen, Infraschall- und Radionukleid-Untersuchungen überprüfen sie die Einhaltung des Atomtestsperrvertrages. Kasachstan unterzeichnete dieses Abkommen am Ende September 1996 und ratifizierte es 2002.

12 Staaten haben nicht unterschrieben

Der Atomtestsperrvertrag (CTBT) wurde am 10. September 1996 von der UNO-Vollversammlung verabschiedet, die im selben Jahr die Vorbereitende Kommission ins Leben rief. Der Vertrag tritt erst in Kraft, wenn er von den 44 in einem eigenen Annex des Vertrages genannten Staaten unterzeichnet und ratifiziert ist. 12 Staaten haben dies noch nicht erfüllt, darunter China, Israel, Indien, Pakistan und die USA.

Kasachstan wurde nach dem Zerfall der UdSSR im Dezember 199 neben Russland, Weißrussland und der Ukraine zu einer Nuklearmacht. Der zentralasiatische Staat beherbergte das einstige sowjetische Testzentrum für Atomwaffen, Semipalatinsk, wo rund 470 Sprengköpfe gezündet wurden.

1993 rief der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew alle Kernwaffenmächte zu einem Moratorium für Atomtests und die Erprobung jeglicher Massenvernichtungswaffen bis zum Jahre 2005 auf. Die frühere sowjetische Republik verzichtete auf den Besitz von Nuklearwaffen und schloss sich 1994 dem Atomsperrvertrag an, der die Nichtweiterverbreitung von Nuklearwaffen verbietet. (APA)

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