US-Neonazi Richard Butler ist tot

12. September 2004, 20:59
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Gründer der "Aryan Nations" predigte Rassismus und Antisemitismus

Washington - Der amerikanische Neonazi Richard Butler ist im Alter von 86 Jahren in Idaho gestorben. Nach US-Medienberichten starb der Herzkranke am Mittwoch offenbar im Schlaf. Butler hatte die "Aryan Nations" gegründet und Rassismus gegen alle Menschen mit nicht-weißer Hautfarbe gepredigt.

Laut Butler seien Schwarze und andere ethnische Gruppen minderwertig und den Weißen unterlegen. Juden sah er als Abkömmlinge des Teufels, nur Weiße seien die wahren Kinder Gottes. Seit seinem Dienst in der US-Armee während des Zweiten Weltkriegs verehrte er nach eigenen Angaben Adolf Hitler.

Der in Colorado geborene Butler war in den 70-er Jahren nach Idaho übersiedelt und machte sein Anwesen nahe des Hayden-Sees bald zum Zentrum von weißen Rassisten und Neonazi-Gruppen.

Mitglieder der Neonazi-Organisation "The Order" (Der Orden), die die Vorherrschaft der weißen Rasse predigten und mit Morden und Raubüberfällen das politische System in den USA umstürzen wollten, verübten in den 80-er Jahre Bombenanschläge und bewaffnete Raubüberfälle und ermordeten den jüdischen Radio-Moderator Alan Berg.

Eine Verbindung zu Butler konnte jedoch nicht nachgewiesen werden. Laut einem FBI-Bericht wollten die "Church of Aryan Nations" in fünf US-Bundesstaaten, Oregon, Idaho, Wyoming, Washington und Montana, mittels gewaltsamer Machtübernahme einen "arischen Heimatsstaat" errichten.

Zum Verhängnis wurde Butler schließlich ein Übergriff seiner Wachen gegen eine Anrainerin. Seine bewaffneten Wachleute hatten ein vorbei fahrendes Auto verfolgt, beschossen und die Fahrerin und ihren Sohn misshandelt. In einem Schadenersatzprozess wurden ihr mehr als sechs Millionen Dollar Entschädigung zugesprochen.

Die Wachtruppen seien unqualifiziert gewesen und von Butler zur Gewalt angestachelt worden, hieß es im Urteil. Die "Aryan Nations" verloren das Anwesen, das von einer Menschenrechtsorganisation übernommen wurde. Die Hitler-Bilder und Hakenkreuze sowie die Schilder "Nur für Weiße" wurden abmontiert. (APA)

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    Richard Butler, Gründer der "Aryan Nations"

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