Herzkranker Ex-Politiker Rosenstingl muss zurück ins Gefängnis

11. September 2004, 17:49
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Mediziner: "Zustand stabil, Haft möglich"

Wien - Der ehemalige Nationalratsabgeordnete Peter Rosenstingl muss zurück ins Gefängnis. Die Gutachter-Diagnose lautet: "Zustand stabil, Haft möglich". Das berichtet der Kurier in seiner Freitagsausgabe. Der Expolitiker, der im März 2000 wegen gewerbsmäßigen schweren Betrugs und Untreue zu sieben Jahren Haft verurteilt worden war, durfte das Gefängnis im Februar 2002 auf Grund einer "rasch fortschreitenden Herzerkrankung" vorzeitig verlassen.

Dem Kurier zufolge habe der Gerichtsgutachter und Internist Primarius Dietmar Steinbrenner vor zwei Monaten bei einer Kontrolluntersuchung den stabilen Gesundheitszustand und somit die Hafttauglichkeit diagnostiziert. Auch ein zweiter Mediziner, der im Auftrag des Wiener Landesgerichts tätig wurde, bestätigte diese Diagnose. Eine Beschwerde von Rosenstingls Anwalt Karl Bernhauser scheiterte laut "Kurier" am 20. August vor dem Oberlandesgericht.

Zehn Kilo abnehmen

Rosenstingl solle, so lautet eine Empfehlung der Sachverständigen, zehn Kilo abnehmen; leichte bis mittelschwere Tätigkeiten während seiner Haft würden seinem Körper gut tun. Für den ehemaligen FPÖ-Politiker bedeutet dieses Urteil, dass er jeden Tag damit rechnen müsse, dass ihm die so genannte Strafantrittsaufforderung zugestellt.

Der Versuch, dem finanziell angeschlagenen Bruder beizuspringen, war damals Peter Rosenstingl zum Verhängnis geworden: Nachdem er ihm mehr als hundert Millionen Schilling zugeschossen und seine eigene Wirtschaftstreuhänder-Kanzlei damit in die Zahlungsunfähigkeit manövriert hatte, begann Rosenstingl - er war eine Zeit lang pikanterweise Finanzreferent seiner Partei - sich an fremdem Vermögen zu vergreifen. (APA)

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