USA starten Großoffensive im Zentralirak

10. September 2004, 22:08
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Dutzende tote Aufständische, mehrere Zivilisten getötet - Appelle für Freilassung der italienischen Geiseln

Bagdad - Die US-Streitkräfte haben am Donnerstag ihre Offensive gegen die sunnitische Aufstandsbewegung im Nordirak ausgeweitet. Bei Luftangriffen auf die Städte Falluja und Tal Afar wurden Dutzende von Menschen getötet. US-Truppen rückten auch wieder in die Stadt Samarra ein, die Ende Juni von ihnen geräumt worden war. Tal Afar nahe der Grenze zu Syrien gilt als Nachschubzentrum der Aufständischen - wobei die nähere Konstellation unklar ist: In Tal Afar gibt es eine Mehrheit von turkmenischen Schiiten.

Die US-Streitkräfte gaben die Zahl der getöteten Aufständischen in Tal Afar mit 57 an. Der Leiter des Gesundheitsamts der Provinz Ninive, Rabie Yassin, teilte mit, es seien mindestens 27 Menschen getötet und 70 verletzt worden. Er kritisierte, dass die US-Truppen weder Sanitäter noch Medikamente in die Stadt ließen. Auch Falluja wurde den dritten Tag in Folge bombardiert. Klinikmitarbeiter gaben die Zahl der Toten mit neun an, unter ihnen zwei Kinder.

In Najaf sind irakische Soldaten am Donnerstag in den Amtssitz des radikalen Geistlichen Muktada al-Sadr eingedrungen. Die rund 60 Soldaten hatten den Auftrag, nach Waffen zu suchen, fanden jedoch keine. (AP, guha/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10.9.2004)

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    Im Spital von Falluja wird ein verletztes Kleinkind behandelt.

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