Tschechien bestellt eigene Anti-Terror-Armee

10. September 2004, 18:53
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10.000 Soldaten als Unterstützung für Polizei und Rettungskräfte im Inland gedacht

Prag - In der Tschechischen Republik könnte künftig ein Drittel des Heeres - etwa 10.000 Soldaten - zur Bekämpfung des Terrorismus eingesetzt werden. Laut einem von der Regierung gebilligten Entwurf von Innenminister Frantisek Bublan und Verteidigungsminister Karel Kühnl sollen Armeeangehörige nicht nur im Fall von Terroranschlägen "aushelfen", bei denen Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte nicht mehr ausreichen. Ihr Einsatz wird unter anderem auch bei großen Immigrationswellen gefragt sein.

Die Prager Regierung reagierte mit dem Entwurf zum Teil auch auf die blutige Geiselnahme im südrussischen Beslan, berichteten Zeitungen am Donnerstag. Es wird erwogen, bis zu 10.000 Soldaten zur Terrorbekämpfung heranzuziehen und sie bei Krisen einzusetzen, die durch Masseneinwanderung, um sich greifende Kriminalität und massive Gesetzesverletzungen ausgelöst wurden. Erwähnt werden im Entwurf in diesem Zusammenhang auch Katastrophen wie Hochwasser, Epidemien, Großbrände sowie gefährliche Industrieunfälle.

Unterstützung der Sicherheitskräfte

Die Aufgabe der Soldaten bestünde demnach in der Unterstützung der Rettungs- und Sicherheitskräfte beim Patrouillieren, bei der Bewachung der Staatsgrenzen, bei der Evakuierung der Einwohner und deren Versorgung sowie beim Aufbau von Notquartieren. Auch auf die Spezialausrüstung und die Dienste von Spezialeinrichtungen des Militärs wie Bulldozer, Kräne, Chemielabors oder Feldlazarette könnte in Zukunft in den besagten Fällen zurückgegriffen werden.

Bisher konnte die tschechische Armee der Polizei und den Rettungskräften auf Abruf lediglich 1.200 Mann für eine Dauer von drei Monaten mobilisieren. Die angestrebte Aufstockung auf 10.000 Mann gilt als Obergrenze, die nicht überschritten werden soll, um die Verteidigungsfunktion des Heeres nicht zu beeinträchtigen. (APA)

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