Krankls zufriedene Bilanz

9. September 2004, 18:39
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Teamchef sah bei 2:0 gegen Aserbaidschan die beste Hälfte seit langem - 13.000 Tickets für Spiel gegen Polen im Oktober verkauft

Wien - Ohne Niederlage und mit starken Leistungen hat die österreichische Fußball-Nationalmannschaft die ersten Aufgaben auf dem Weg nach Deutschland absolviert. Nach dem 2:2 gegen England und dem 2:0-Sieg am Mittwoch gegen Aserbaidschan, bei dem lediglich die Chancenauswertung nicht nach Wunsch lief, steht das ÖFB-Team an der Tabellenspitze der Qualifikationsgruppe sechs für die WM 2006. Mit dem gelungenen Start haben auch die Fans Lust auf mehr bekommen, für das Spiel gegen Polen am 9. Oktober in Wien waren am Donnerstag Vormittag schon 13.000 Tickets verkauft.

Kein überraschter Teamchef

"Den Auftakt als geglückt zu bezeichnen wäre untertrieben. Ich bin aber nicht überrascht, weil ich ein positiv denkender Mensch bin", sagt Hans Krankl. Der ÖFB-Teamchef zeigte sich von der Partie gegen Aserbaidschan "sehr zufrieden abzüglich Chancenauswertung. Im taktischen Bereich ist alles aufgegangen, die erste Hälfte war die beste seit vielen Jahren. Nur im Abschluss hat die letzte Konzentration gefehlt."

Über die Flügel wurde wie vorgegeben Druck gemacht, aber der einstige Torjäger musste mitansehen, wie vor allem die Stürmer Kollmann und Haas ein halbes Dutzend hochkarätiger Möglichkeiten und damit einen Kantersieg vergaben. "Es hätte mindestens ein 5:0 geben müssen. Aber vielleicht ist es besser so, da wachsen die Bäume nicht in den Himmel", meinte Krankl.

Team im Plan

Mit vier Punkten aus den Spielen gegen den Gruppenfavorit und den Außenseiter liegt das rot-weiß-rote Team voll im Plan. Außerdem haben auch die Gegner für Österreich gespielt, Polen hat gegen England verloren, Wales und Nordirland sind noch ohne Sieg. Dennoch will Krankl keine Prognosen für den weiteren Verlauf der Qualifikation und die wichtigen Spiele gegen Polen und Nordirland (13.10./auswärts) abgeben: "Wir denken immer nur von Spiel zu Spiel und schauen nicht auf die Tabelle. Wenn ich auf die Tabelle schaue, will ich den Abbruch der Qualifikation. Wir sind Tabellenführer und freuen uns. Wir brauchen nicht übertreiben, wir brauchen nicht untertreiben."

Nicht nur taktisch, sondern auch personell hat Krankl die richtigen Entscheidungen getroffen. Durch die Verletzungen von Helge Payer und Andreas Schranz musste der Wiener auf einen Torhüter ohne Matchpraxis setzen, Alexander Manninger rechtfertigte das Vertrauen aber vollauf. Und mit der Rückkehr von Didi Kühbauer hat das Team eine Führungspersönlichkeit auf und abseits des Rasens dazu bekommen.

Geklärte Tormann-Frage

"Die Tormann-Frage ist geklärt, ich gehe davon aus, dass Manninger in Siena erste Wahl ist. Kühbauer ist innerhalb kurzer Zeit ein wichtiger Faktor geworden. Er hat sich jedes Lob verdient. Er ist ein sehr guter Antreiber im Training und im Spiel und hat gezeigt, dass er sowohl defensiv als auch von der Kreativität her international mithalten kann", so der 51-Jährige.

Am 30. September wird der Teamchef seinen nächsten Kader bekannt geben, große Änderungen sind nicht zu erwarten. "Die Mannschaft ist seit einem Jahr gefunden. Es wird aber immer wieder kleinere Korrekturen geben, weil du dazu gezwungen bist", sagt Krankl und hofft wieder auf so tolle Unterstützung wie zuletzt. Die 47.500 Zuschauer gegen England waren am Samstag Rekord in Europa, auch 26.400 gegen Aserbaidschan können sich sehen lassen. "Die Fans lieben ihre Nationalmannschaft. Das ist die letzte Identität, die das Land hat. Die Klubs sind ja multikulti", sagt Krankl. Polen jedenfalls sieht er "fast ähnlich gut wie England. Aber mit einem ausverkauften Stadion können wir über uns hinauswachsen und die Polen schlagen."

Zufriedene Spieler

Zufrieden mit den Leistungen waren auch die Spieler. "Das ist ein hervorragender Start, wir sind mit den zwei Spielen mehr als zufrieden. Wir haben die eine oder andere Negativstimme ins Positive gedreht", freute sich Manninger. "Im Großen und Ganzen sind wir zufrieden", meinte Kapitän Andreas Ivanschitz. "Wichtig ist, dass wir Erfolge schaffen, die bringen uns nach vorne. Schade, dass wir nicht höher gewonnen haben, aber es zählen die drei Punkte. Im Oktober wird man sehen, in welche Richtung wir uns bewegen, ob wir die Qualifikation schaffen können."(APA)

  • Krankl applaudiert seinen Spielern.

    Krankl applaudiert seinen Spielern.

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