Österreich - Nation der Hobbybrutzler

13. September 2004, 10:15
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Immer mehr Menschen stehen selbst am Herd - Nur drei Prozent der Männer können "gar nicht kochen"

Die Österreicher schwingen wieder öfter selbst den Kochlöffel Zu Mittag häufiger als abends - TV-Köche als Trendsetter

Salzburg - Auch wenn die genauso schnell gekaufte wie gegessene Leberkäsesemmel hoch im Kurs steht: Österreich ist einer aktuellen Studie zufolge eine Nation der Hobbyköche. Immer mehr Menschen stehen selbst am Herd, kaum eine(r) behauptet noch, niemals zu kochen. Das geht aus einer Studie hervor, die das Marktforschungsinstitut Fessel GfK im Auftrag des Hausgeräteherstellers Electrolux in diesem Sommer durchgeführt hat.

Kochen ist "in"

Das wichtigste Umfrageergebnis, präsentiert am Donnerstag auf der Futura, einer Fachmesse für Unterhaltungselektronik, Haushaltstechnik und Telekommunikation, in Salzburg: Kochen ist "in". Zu diesem Status haben populäre Fernseh-Köche laut den Meinungsforschern nicht unerheblich beigetragen.

Der Einfluss durch den unprätentiösen "Naked Chef" Jamie Oliver, aber auch ORF-Sendungen wie "Frisch gekocht ist halb gewonnen" seien "zumindest teilweise ursächlich für diese Entwicklung". Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, Kochsendungen wenigstens gelegentlich zu sehen - gleich viele Männer wie Frauen! Drei von vier Befragten lassen sich durchs Fernsehen inspirieren.

Nur drei Prozent der Männer können "gar nicht kochen"

Stark geändert hat sich laut der Umfrage die Einstellung der Männer. Während 1991 erst 57 Prozent angaben, zumindest gelegentlich selbst den Kochlöffel zu schwingen, sind es heute bereits 72 Prozent. Nur drei Prozent der Männer können "gar nicht kochen", 1991 waren es noch fast vier Mal so viele.

Frauen kochen noch immer häufiger

Mehr als die Hälfte aller Befragten bereitet sich täglich eine bis mehrere Mahlzeiten selbst zu. Allerdings zeigt sich bei der Kochfrequenz dann doch die "klassische" Rollenverteilung: Drei Viertel der Frauen kochen täglich, aber nur ein Drittel der männlichen Befragten. Immerhin behauptet aber ein weiteres Viertel der Männer, mehrmals pro Woche eigenhändig etwas Warmes auf den Teller zu zaubern, weitere 20 Prozent zumindest ein Mal wöchentlich.

Mittags brutzelt es öfter

Die Befragten gaben an, durchschnittlich 3,6 Mal pro Woche zu Mittag zu kochen. Abends stellen sie sich nur etwa zwei Mal in der Woche an den Herd. Bei Menschen über 50 ist der Unterschied noch größer: Durchschnittlich 4,6 Tage in der Woche kochen sie zu Mittag, aber nur 1,5 Mal am Abend. Bei der Generation unter 25 ändert sich das Verhältnis: Sie schwingen eher abends den Kochlöffel.

Kochen ist nicht zuletzt eine Zeitfrage: Je älter die Menschen werden, desto eher bereiten sie ihr Essen selber zu. Knapp drei Viertel der über 50-Jährigen tun das täglich bzw. fast täglich, bei der Generation zwischen 25 und 50 ist es nur etwas mehr als die Hälfte.(APA)

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    Österreicher haben Gefallen gefunden, am schnellen Efolg der auch noch schmeckt

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