Homosexuelle Republikaner unterstützen Bush diesmal nicht

15. September 2004, 16:54
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Wegen Forderung des Präsidenten nach Verfassungsverbot der Homosexuellen-Ehe

Washington - Eine Gruppe homosexueller Republikaner hat nun entschieden, bei den kommenden US-Präsidentschaftswahlen nicht für die Wahl des republikanischen Amtsinhabers George W. Bush aufzurufen. Als Grund nannten die "Log Cabin Republicans", dass Bush einen Verfassungszusatz für ein Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen fordert. Bush will die Ehe als Verbindung von Mann und Frau in der Verfassung definieren. Bei den vergangenen Präsidentschaftswahlen im Jahr 2000 hatte die Gruppe noch Bush unterstützt.

Eine Million Stimmen

Der Direktor der "Log Cabin Republicans", Patrick Guerriero, zitierte eine Studie, wonach im Jahr 2000 rund eine Million homosexueller Männer und Frauen die Republikaner gewählt hatten. Alleine in Florida, wo die Wahlen nach wochenlangem Rechtsstreit ganz knapp für Bush entschieden wurden, hätten etwa 45.000 Homosexuelle für George W. Bush gestimmt. In der Gruppe sind nach eigenen Angaben rund 12.000 homosexuelle Republikaner vertreten. Nicht die Homosexuellen seien unloyal zu den Republikanern, sondern die Republikaner seien nicht loyal zu den Homosexuellen, so Guerriero.

Bundesstaaten sollen entscheiden

Der demokratische Herausforderer von Bush, Senator John F. Kerry, tritt für die Schaffung einer zivilrechtlichen Partnerschaft von Homosexuellen ein, aber nicht für die Ehe. Im Unterschied zu Bush will Kerry aber die Entscheidung über die Homosexuellen-Ehe den einzelnen Bundesstaaten überlassen. In Kerrys Heimatsstaat Massachusetts ist die Heirat zweier Männer oder zweier Frauen seit einem Gerichtsentscheid möglich. Bush kritisierte die Homosexuellen-Ehe zuletzt beim Nominierungsparteitag der Republikaner in New York als Werk "aktivistischer Richter". (APA)

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