USA wollen milliardenschwere Irak-Hilfsgelder umwidmen

10. September 2004, 14:53
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Schaffung von Arbeitsplätzen und Sicherheit statt Infrastruktur-Projekten

Washington - Angesichts der angespannten Sicherheitslage und der hohen Arbeitslosigkeit im Irak wollen die USA bei der Auszahlung von Hilfsgeldern andere Prioritäten setzen. Im nächsten Jahr sollen rund 3,5 Milliarden Dollar (2,91 Mrd. Euro) jeweils zur Hälfte für die Sicherheit und für die Schaffung von Arbeitsplätzen bereitgestellt werden, wie die Wiederaufbau-Koordinatorin im US-Außenministerium, Robin Raphel, am Mittwoch mitteilte. Die Gelder sollen aus dem Topf mit Mitteln in der Höhe von 18,4 Milliarden Dollar stammen, mit denen eigentlich langfristige Großprojekte zum Wiederaufbau der Infrastruktur gefördert werden sollten.

Mit der Umwidmung der Mittel wolle der US-Botschafter im Irak, John Negroponte, den "sichtbaren Einfluss" der Hilfe im Laufe des nächsten halben oder ganzen Jahres erhöhen, sagte Raphel. Im Jänner sollen im Irak Wahlen stattfinden. An den geplanten großen Infrastruktur-Projekten solle trotzdem festgehalten werden. Der Plan werde noch innerhalb der Regierung diskutiert, solle aber noch im September beschlossen werden, sagte Raphel. Unter anderem das US-Militär hatte die in seinen Augen zu langsame Auszahlung von Wiederaufbauhilfe kritisiert. Es hatte die Verzögerung für die hohe Arbeitslosigkeit im Land verantwortlich gemacht, die wiederum die Aufstände im Irak anfache. (APA/AFP)

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