"Auf Wolke 7": Wenn Teenager träumen

26. März 2005, 22:53
1 Posting

Sparvariante: Die österreichische Teeniekomödie "Auf Wolke 7"

Wien - Uwe ist ein Maulheld. Von seinem Büro aus träumt er sich auf eine Bühne, als von Groupies umjubelter Popstar. Oder gleich in die Arme seiner Traumfrau, die er unter Ausblendung ihres eifersüchtigen Lebensgefährten mit hingebungsvollen Eigenkompositionen zu erobern trachtet.

Uwe (Stefano Bernardin) ist die Hauptfigur von Auf Wolke 7 - eine österreichische Teeniekomödie, die den Boden der Tatsachen mittels Überzeichnung verlassen hat und sich in Eis am Stil-Manier vor allem mit einer Sparvariante von "sex and drugs and rock 'n' roll" beschäftigt.

Angesiedelt ist der Film (Regie: Michael Grimm) um ein halbes Dutzend liebesbedürftiger, vergnügungshungriger junger Menschen in einem sonnigen Sommer in der Provinz. Das ländliche Soziotop wird über seine Außenseiter definiert, zu denen neben dem Dorfdandy Uwe auch ein paar tragikomische Sidekicks gehören wie Kevin, ein Kfz-Mechaniker mit Zahnfäule (Michael Pascher), und Tamara, Wurstverkäuferin und Metal-Fan (Angelika Niedetzky).

Das Traumpaar des Films geben die aus zahllosen Witzen bekannte Blondine (Esther Pitsch) und das nicht minder sprichwörtliche Muskelpaket (Georg Friedrich). Aber die dauernde Wiederholung der immergleichen verbalen Belege für deren unterdurchschnittlichen IQ wirkt statt erheiternd schnell nur noch ermüdend.

Auf Wolke 7 leidet also allerorten an - vielleicht auch finanziell bedingten - Mangelerscheinungen. Der Trash-Appeal bemäntelt ungenügend jede Menge Unzulänglichkeiten. Außerdem wird der Film weit gehend von Figuren bevölkert, die ungeliebt oder auf halbem Weg im Stich gelassen wirken.

Die neu zugezogene Zahnarzttochter (Barbara Kaudelka) etwa, dem Helden per mysteriöse Himmelserscheinung längst als bessere Hälfte zugedacht, gewinnt nie wirklich Profil. Auch dass die eigentlich recht resolute Tamara ausgerechnet einem schmal gebauten Disco-Aufreißer nicht gewachsen sein soll, kann man kaum glauben.

Das ist schade, könnte die Grundidee vom musikbesessenen, jugendlichen Möchtegern doch tatsächlich jene luftige Unterhaltung - musikalisches "Gelati-Eis" inklusive - ergeben, die hier offenbar angepeilt wurde. Stattdessen verlässt man das Kino eher ratlos. (irr/DER STANDARD, Printausgabe, 9.9.2004)

Link

Auf Wolke 7

Jetzt im Kino
  • Artikelbild
    foto: screenshot trailer / verleih: filmladen
Share if you care.