Feministin Samira Bellil gestorben

6. Oktober 2004, 14:37
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Französische Autorin setzte sich für die Rechte muslimischer Frauen ein

Paris - Die französische Schriftstellerin Samira Bellil, eine prominente Aktivistin für die Rechte muslimischer Frauen in Frankreich, ist im Alter von nur 31 Jahren gestorben. Die gebürtige Algerierin erlag einem Magenkrebsleiden, wie ihr Verlag Editions Denoel am Mittwoch mitteilte. Bellil wurde bekannt mit ihrem Buch "Dans l'Enfer des Tournantes", das unter dem Titel "Durch die Hölle der Gewalt" auch in Deutschland erschienen ist.

Darin beschreibt Bellil ihre harte Kindheit und Jugend in einem Pariser Slumviertel für Immigranten, wo sie schon als 13-Jährige mehrfach vergewaltigt und daraufhin prompt von ihrer Familie verstoßen wurde. Ihr Martyrium als Außenseiterin verstärkte sich noch, als sie ihre Peiniger anzeigte. Dies nämlich widersprach den kulturellen Gepflogenheiten ihres sozialen Umfelds.

Das Buch ist in der Sprache der Straßenkinder aus Pariser Vorstädten geschrieben und sorgte bei seiner Veröffentlichung für viel Furore. Bellil wurde damit zur Vorkämpferin für die Rechte von Musliminnen, die nach ihren eigenen Worten in kulturellen Ketten gefangen sind. (APA/AP)

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    foto: buchcover
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