Kabel Deutschland sieht Kabel-Pläne in Gefahr

16. September 2004, 10:12
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Keine weiteren Zugeständnisse

Deutschlands größter Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland (KDG) hat bei seinen Monopol-Plänen einen weiteren Rückschlag erlitten. Bei Gesprächen am Vortag habe sich das Bundeskartellamt trotz der vorgeschlagenen Zugeständnisse weiter kritisch zur geplanten Übernahme dreier Wettbewerber geäußert, sagte ein KDG-Sprecher am Mittwoch in München.

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"Wir sind enttäuscht, dass das Paket, von dem wir überzeugt sind, dass es sehr gut und umfassend ist, nicht auf positive Resonanz gestoßen ist." Man hoffe aber dennoch auf eine Zustimmung der Kartellwächter. Weitere Nachbesserungen seien nicht vorgesehen.

KDG (München) will die Konkurrenten Ish (Nordrhein-Westfalen), Iesy (Hessen) und Kabel Baden-Württemberg für 2,7 Milliarden Euro übernehmen. Damit würde das Unternehmen zum alleinigen Anbieter von Kabelfernsehen in Deutschland mit derzeit mehr als 17 Millionen angeschlossenen Haushalten. Das Kartellamt hatte zunächst mit einer Abmahnung auf die Übernahmepläne reagiert. Das Amt muss seine endgültige Entscheidung bis zum 7. Oktober treffen.

Herrscher

Mit dem Zusammenschluss würde KDG laut Kartellamt seine "heute schon Markt beherrschende Stellung" auf dem Einspeisemarkt für TV- Programme weiter verstärken. Um ein endgültiges Veto zu verhindern, hatte das Unternehmen Milliardeninvestitionen in das schnelle Internet angekündigt, das bisher von der Deutschen Telekom dominiert wird. "Das bedeutet einen Riesen-Schritt nach vorn", betonte der KDG-Sprecher.

Bei den Gesprächen seien vom Kartellamt im Wesentlichen die alten Kritikpunkte wiederholt worden, sagte der KDG-Sprecher. Das Unternehmen sei den Wettbewerbshütern mit den vorgeschlagenen Zugeständnissen bereits weit entgegen gekommen. Dennoch seien die Signale des Kartellamts bei dem Gespräch am Dienstag negativ gewesen. Damit wurde ein Bericht der "Rheinischen Post" (Mittwochausgabe) bestätigt. Das Bundeskartellamt sprach lediglich von laufenden Gespräche über die geplanten Übernahmen. Inhaltlich werde sich das Amt dazu nicht äußern, sagte eine Sprecherin der Behörde.(APA/dpa)

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