Pobackenaufmarsch

30. Oktober 2004, 13:58
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Die Spannung ist kaum auszuhalten: Nur noch zwölf Tage, dann werden endlich auch im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ...

... Busen vergrößert oder verkleinert, Fett abgesaugt und Lippen aufgespritzt: Dann kommt "Beauty Queen", eine fiktive Serie mit einem streitbaren Ärztebrüderpaar.

Das Ganze basiert auf dem Prinzip "guter Schönheitschirurg, böser Schönheitschirurg", einer ist also gewissenhaft und seriös, der andere ein Hallodri, der obendrein sogar seiner eigenen Großmutter Silikon verpassen würde, nur um ordentlich abzukassieren.

Für Dramatik ist gesorgt: Unbeirrbare Penisvergrößerungsanwärter, entstellte Unfallopfer, radikale Verjüngungsentschlossene stehen Schlange vor den Wartezimmern der Doktoren und betteln darum, behandelt zu werden.

Dazu kommt eine Nebenhandlung, die ebenfalls einiges verspricht, wie etwa die "Bild"-Zeitung weiß. Sehe man doch "den Hintern von Hauptdarsteller Carsten Spengemann (wird morgen 32) in der ersten Folge fast so häufig wie sein Gesicht!" Ob der auch einmal unters Messer kommt?

Gezeigt wird dergleichen im Hauptabendprogramm, zeitgleich mit RTL. Der noble ORF, sich seines "vielfältigen, spannenden und innovativen" Programms rühmend, befindet sich damit im Einklang mit österreichischem Privatfernsehen. ATVplus schickt dienstags die Eigenproduzierte "Operation Schönheit" nach. In der übelsten Sorte von Realityfernsehen ackern echte Ärzte die Hüften ihrer Patientinnen um. Sie nennen es "Makeover", und es wird sein Publikum finden. (prie/DER STANDARD, Printausgabe, 9.9.2004)

  • "Operation Schönheit" auf ATVplus.
    foto: atvplus

    "Operation Schönheit" auf ATVplus.

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