Dick Cheney: "Mit Kerry steigt Terrorgefahr"

13. September 2004, 10:07
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Demokratischer Kandidat will Attacken der Republikaner nicht mehr stillschweigend hinzunehmen

Es sei "absolut essenziell", dass die Wähler in acht Wochen die richtige Entscheidung träfen, wetterte der republikanische US-Vizepräsident Dick Cheney am Mittwoch: Denn sollte der Demokrat John Kerry gewählt werden, "besteht die Gefahr, dass wir wieder angegriffen werden, und zwar in verheerender Weise".

Unter einer Kerry-Regierung würden Terrorakte so wie vor dem 11. September lediglich als Verbrechen betrachtet und nur im Nachhinein darauf reagiert, statt wie Bush einen "Krieg gegen Terrorismus" zu führen mit präventiven Aktionen, warnte Cheney vollmundig.

Der demokratische Vizepräsidentschaftskandidat John Edwards reagierte rasch: Cheney habe eine Grenze überschritten, seine Äußerungen seien "unamerikanisch", in den USA eine harsche Replik.

Kerrys neue Parole "W stands for Wrong" – das "W" zwischen George und Bush stehe für falsch – ist ein deutliches Zeichen dafür, dass sich der Senator aus Massachusetts nichts mehr gefallen lassen will. Kerry fiel nach dem republikanischen Konvent in Umfragen stark zurück und ist nicht mehr bereit, die Attacken der Republikaner stillschweigend hinzunehmen.

Falsch gelegen

Unter anderem erklärte Kerry, Bush sei falsch gelegen, als er eine Verbindung zwischen dem Irak und Al-Kaida hergestellt habe: "Die Wahrheit ist, dass es jetzt Terroristen im Irak gibt, die nicht dort waren, bevor wir einmarschiert sind." Zuvor hatte Kerry sein Wahlkampfteam mit Ex-Clinton- Mitarbeitern, darunter Clintons Pressesprecher Joe Lockhart, aufgestockt.

Die Umstrukturierung des Kerry-Teams hat aber zur Folge, dass niemand genau weiß, wer die Zügel in der Hand hat: Auf der einen Seite stehen die Clinton-Leute Lockhart und Politstratege John Sasso sowie das "Wunderteam" Paul Begala und James Carville, die Clintons Wahlkampfteam 1992 leiteten. Von ihnen wird erheblicher Input erwartet.

Auf der anderen steht das Team unter Wahlkampfleiterin Mary Beth Cahill, die seit langem wesentlich zu Kerrys Siegen beigetragen hat. (DER STANDARD, Printausgabe, 9.9.2004)

Susi Schneider aus New York
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Familie Cheney im Wahlkampf.

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