Fliegerbombe: Grazer Hauptbahnhof untersucht

9. September 2004, 11:31
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Möglicher Explosionsgegenstand bestand nur mehr als Ansammlung von harmlosen Splittern - Grabungen wurdfen bei vier Metern eingestellt

Graz - Aufatmen bei den Einsatzkräften am Mittwoch am Grazer Hauptbahnhof: Jene Stelle am Gleiskörper, an der ein Bombenblindgänger vermutet worden war, erwies sich als eine harmlose Ansammlung von Bombensplittern und metallhaltigem Bauschutt.

Die durchgeführte Grabung wurde bei vier Metern eingestellt. Der Gefahrenbereich war in Anwendung der Steiermärkischen Katastrophenschutzgesetzes durch die Polizei gesperrt und evakuiert worden.

Am Gelände des Grazer Hauptbahnhofs finden derzeit Grabungsarbeiten statt, um einen so genannten Kollektorgang mit Kabeln zur Stromversorgung in etwa vier Meter Tiefe anzulegen. Da auf dem Gelände des Hauptbahnhofs immer mit Blindgängern aus der Zeit der Luftangriffe des Zweiten Weltkriegs zu rechnen ist, gab es eine vorgestaffelte Sondierung.

"Diese konnte aber nur aufzeigen, dass hier Gegenstände aus Metall zu finden sind, deren Masse einen Bombenfund vermuten ließ. Die Identifizierung des Gegenstandes ist aber nur dadurch möglich, dass man mit äußerster Vorsicht eine Grabung durchführt, um den verdächtigen Fund beurteilen zu können", so Walter Hübel von der Abteilung Katastrophenschutz und Feuerwehr der Stadt Graz.

Im Zuge der Grabungsarbeiten hatte es bereits einen Bombenfund gegeben: Am 22. Juli wurde eine 500 Kilogramm-Fliegerbombe englischer Herkunft mit mechanischem Zünder gefunden und entschärft. Eine Woche zuvor war es zum Glück bei falschem Alarm geblieben: Eine vermutete Bombe hatte sich als Ansammlung von Splittern bereits im Krieg detonierter Bomben entpuppt.

In den vergangenen eineinhalb Jahren des Zweiten Weltkrieges waren vor allem die Bahn- und Verschubanlagen und der Hauptbahnhof die Ziele in Graz der Bomber der 15. US-Luftflotte. Die Bahnanlagen und die umliegenden Industriebetriebe wurden damals 24 Mal angegriffen. (APA)

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