Hagara schnuppert America's Cup

13. September 2004, 16:10
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Olympiasieger erlebte Sieg der "BMW Oracle" beim "Louis Vuitton Act 1" an Bord - Steinacher auf Begleitschiff

Marseille - Österreichs Tornado-Olympiasieger Roman Hagara und Hans Peter Steinacher sind einer kurzfristigen Einladung des America's Cup-Syndikats "BMW Oracle Racing" zum "Louis Vuitton Act 1" nach Marseille gefolgt. Im dritten Rennen der Serie war Hagara so genannter 18. Mann an Bord der Rennyacht, während Steinacher das Geschehen vom Betreuerboot aus verfolgte. Unter den strengen Augen der Doppelolympiasieger feierte das deutsch-amerikanische Team prompt einen Wettfahrtsieg.

Heikle Fracht

Der Besuch von Österreichs Top-Seglern begann allerdings mit einem Paukenschlag. Der fix eingeplante Platz für die beiden Olympioniken an Bord der America's-Cup-Yacht hing nämlich wenige Minuten vor dem Auslaufen an einem seidenen Faden. "Die Mannschaftsführung musste kurzfristig die Genehmigung aller fünf Konkurrenten einholen, da der Gästeplatz üblicherweise von Nichtseglern eingenommen wird", erklärte Steuermann Hagara. Deshalb befürchtete Chris Dickson, Skipper der "BMW Oracle", Proteste und eine damit verbundene Disqualifikation. Letztlich verließ die millionenschwere Rennyacht des Oracle-Gründers Larry Ellison den Hafen mit Hagara an Bord.

"Wenn man gewohnt ist, am Schiff zu arbeiten, fällt das Zuschauen schon schwer. Faszinierend ist die Abstimmung und Kommunikation an Bord. Der Skipper hat immerhin 16 weitere Segler in Einklang zu bringen", schilderte Hagara seine ersten Eindrücke von der Segel-Königsklasse. Ähnlich fiel auch die Einschätzung von Steinacher, der die Wettfahrt vom Betreuerboot aus verfolgte, aus. Sein Gastauftritt an Bord der "BMW Oracle" musste kurzfristig abgesagt werden, denn ein privater Gast von Ellison entschied sich kurz vor dem zweiten Start zum Segeln.

Steinacher fiel dem Sponsor zum Opfer

"Klar, dass ihm der Vorzug gegeben wurde. Die Mannschaft weiß auch ganz genau, woher das Geld kommt", betonte Steinacher. Für Hagara war der Ausflug nach Südfrankreich jedenfalls ein willkommener Einblick in das America's Cup-Business. Die Bestrebungen, in einem der Teams mitzumischen, wurden auch im Hinblick auf die weitere olympische Karriere bestärkt. "In punkto Technologie und Organisation kann man sehr vieles auf eine Kampagne für 2008 umlegen", sieht Hagara zahlreiche Parallelen.

Zuschauerboote sowie die Privatyachten der Syndikatsbetreiber gleichen jedoch mehr Hotels, das Umfeld hat Formel-1-Charakter. Das schwimmende Domizil des Oracle-Chefs zum Beispiel, hat für den Ausgleich nach dem Segeln einen Basketballplatz an Bord. "Trotz all der Exklusivität und seiner Millionen holte sich Larry Ellison seinen Hot Dog beim anschließenden Barbecue mit der Mannschaft im Boxenbereich selbst, war einer von vielen im Team", berichtete Hagara. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die BMW-Oracle bei einer Wettfahrt vor Marseille.

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