UMTS für Multimedia als Massengeschäft ungeeignet

16. September 2004, 10:12
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Videotelefonie kann 3G rasch an Kapazitätsgrenzen bringen

Der Mobilfunkstandard UMTS ist für Multimedia-Anwendungen als Massengeschäft nicht geeignet. Gerade die von UMTS-Netzbetreibern massiv beworbene Videotelefonie würde bei einem breiten Durchbruch das UMTS-Netz rasch an seine Kapazitätsgrenzen führen, berichtet die Financial Times Deutschland (FTD). Die Hoffnung auf Videotelefonie als das UMTS-Massengeschäft sei daher Illusion. UMTS-Kunden müssen nach der günstigen Einführungsphase sogar mit Preiserhöhungen rechnen.

Engpass

"Für Multimedia-Anwendungen ist UMTS eigentlich ungeeignet", erklärt Rainer Grünheid von der Technischen Universität Harburg der FTD. Neben der Kapazitätsgrenze stehen der Videotelefonie als Massengeschäft für UMTS laut Experten auch noch weitere Hürden im Weg, so die FTD. Der Engpass bei Handys werde noch Jahre andauern und der Ausbau leistungsfähiger UMTS-Netze rentiere sich nur in Ballungsräumen. In ländlichen Gebieten werde es Videotelefonie nicht geben. Nach der günstigen Einführungsphase rechnen Experten sogar mit einer Erhöhung der Preise für Videotelefonie, um Privatnutzer abzuschrecken.

UMTS-Nachfolge

Den breiten Durchbruch für Videotelefonie erwarten Experten laut FTD erst mit der vierten Mobilfunkgeneration. Ein heißer Kandidat für die UMTS-Nachfolge sei Orthogonal Frequency Division Multiplexing, kurz OFDM. Das System werde schon jetzt in der WLAN-Technologie genutzt und ermögliche künftig Übertragungsraten von mehreren hundert Megabit pro Sekunde. OFDM nutzt nicht eine breitbandige Trägerfrequenz, sondern viele schmalbandige Frequenzen. Zudem lasse sich die Bandbreite je nach Bedarf auf verschiedene Nutzer aufteilen. (pte)

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