Gentechnik: EU verschiebt Entscheidung über Saatgut-Grenzwerte

8. September 2004, 18:03
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Erleichterung bei Greenpeace: Kein Grund für übereilte Entscheidungen

Brüssel - Die EU-Kommission hat ihre für den heutigen Mittwoch geplante Entscheidung über Grenzwerte für die Verunreinigung von Saatgut mit genetisch veränderten Organismen (GVO) verschoben. Zunächst soll noch eine Untersuchung über die wirtschaftlichen Auswirkungen der verschiedenen Grenzwerte gemacht werden, hieß es in der EU-Kommission.

Die EU-Kommission sei eindeutig für einen Grenzwert, wobei sich die Diskussion derzeit auf die Werte 0,3 Prozent oder 0,5 Prozent konzentriere. Um für die Entscheidung zwischen diesen Werten eine sachliche Grundlage zu finden, werde nun eine Studie über die wirtschaftlichen Auswirkungen in Auftrag gegeben.

Damit sei aber sehr ungewiss, ob die amtierende Kommission die Entscheidung bis zum Ende ihres Mandats am 31. Oktober treffen könne. Wenn nicht, dann liege die weitere Entscheidung bei der nächsten EU- Kommission unter Präsident Jose Manuel Durao Barroso.

Reaktion von Greenpeace

Bei der Umweltschutzorganisation Greenpeace ist man über den Aufschub erleichtert: "Es gibt keinen vernünftigen Grund, diese Entscheidung zu übereilen", sagt Greenpeace-Gentechnikexpertin Susanne Fromwald. "Wir müssen auch für die Zukunft sicherstellen, dass Bauern und Lebensmittelindustrie weiterhin Gentech-freie Produkte anbieten können."

Greenpeace fordert, dass Gentech-Verunreinigungen in Saatgut nicht durch Festlegung von Grenzwerten "legalisiert", sondern gänzlich verhindert werden. Für alle Pflanzenarten müsse die technische Nachweisgrenze von derzeit 0,1 Prozent gelten. (APA/red)

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