Konflikt im Süden flammt wieder auf

10. September 2004, 13:03
1 Posting

Mindestens 20 Tote bei Juba - Überfall auf Hilfskonvoi in Darfur - Friedensgespräche fortgesetzt

Khartum/Nairobi - Im Schatten des Darfur-Konfliktes kommt es auch im Südsudan weiterhin zu heftigen Kämpfen. Bei einem Angriff regierungsnaher Milizen auf ein Dorf nahe der Grenze zu Uganda seien mindestens 20 Menschen getötet worden, teilte ein örtliches Krankenhaus am Mittwoch mit. Etwa 24 Menschen seien schwer verletzt. Nach Angaben eines Augenzeugen schossen bewaffnete Männer während einer Aufführung traditioneller Tänze auf die versammelte Menschenmenge.

In der Gegend um Juba sind mehrere Milizengruppen aktiv, die in der Vergangenheit mehrfach ihre Bündnispartner gewechselt haben. Der Anführer der ugandischen LRA-Rebellen, Joseph Kony, soll sein Lager in der Nähe von Juba haben und von der sudanesischen Regierung unterstützt werden. Die Friedensverhandlungen zwischen der südsudanesischen Rebellengruppe SPLA (Sudanesische Volksbefreiungsarmee) und der sudanesischen Regierung sind derzeit ins Stocken geraten. Nach Unterzeichnung mehrerer Teilabkommen wird mit einem umfassenden Friedensvertrag bis Ende des Jahres gerechnet.

Hilfsorganisation überfallen

Unterdessen sind bei einem Überfall auf einen Hilfskonvoi in der westsudanesischen Krisenregion Darfur Mitarbeiter einer internationalen Hilfsorganisation mit Waffen bedroht und ausgeraubt worden. Wenige Tage zuvor seien an dem selben Ort bereits mehrere UNO-Fahrzeuge geplündert worden, heißt es im Darfur-Lagebericht der Vereinten Nationen vom Mittwoch. Im Norden Darfurs habe eine Gruppe bewaffneter Männer zahlreiche kommerzielle Lastwagen überfallen und dabei drei Menschen verletzt. Auf Grund der unsicheren Lage sind derzeit mehrere Straßen für Hilfskonvois nicht mehr befahrbar.

Unterdessen setzen Vertreter der sudanesischen Regierung und der Darfur-Rebellengruppen ihre Friedensverhandlungen im nigerianischen Abuja fort. Die Regierung hat sich bereit erklärt, die arabischen Janjaweed-Milizen zu entwaffnen, die die schwarzafrikanische Bevölkerung in Darfur terrorisieren. Sie verlangt jedoch, dass die Darfur-Rebellen zur gleichen Zeit ihre Waffen abgeben. Die Rebellen wollen dies erst nach der Unterzeichnung eines Friedensvertrags tun.

Die arabischen Milizen haben mit Unterstützung der sudanesischen Armee seit 2003 etwa 1,2 Millionen Menschen aus Darfur vertrieben. Nach UNO-Schätzungen sind bis zu 50.000 Menschen getötet worden. (APA/dpa)

Share if you care.