Linux auf der Überholspur, Windows weit abgeschlagen

15. September 2004, 15:01
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Linux könnte Windows am Desktop überflügeln, sagen Händler und Analysten – schuld sind die zahlreichen Verspätungen bei Windows Longhorn

Wie im Webstandard berichtet, wird sich die kommende Windows Version Longhorn nicht nur kräftig verspäten, auch einige der wichtigsten Features werden nicht inkludiert sein und erst in späteren Updates folgen.

Mehr Popularität

Linux-Händler und Analysten sind sich sicher, dass durch diese Verspätung für Linux die Chance offen steht, mehr Popularität zu gewinnen.

Windows überholen

Frederick Berenstein, Vorsitzender von Xandros Inc., hat keine Zweifel, dass Linux nicht mit Windows gleichziehen kann, sondern das Microsoft-Betriebssystem sogar überholen wird.

Vergleichbare Funktionen für Linux Desktops

„Wenn man die Komplexität von dem WinFS System bedenkt, ist es verständlich, dass es bei Longhorn noch nicht zum Einsatz kommt, bis es voll funktionsfähig ist. Der Linux Community ist aber klar in welche Richtung sich Microsoft bewegt und plant vergleichbare Funktionen zur besseren Suche für Linux Desktops“, so Berenstein.

So soll beim nächsten KDE bereits im Control Panel eine Google ähnliche Suchfunktion für lokale Inhalte integriert sein. Die Xandros GUI basiert auf KDE.

Microsoft schlagen

„Bedenkt man die Verspätung von Longhorn, gibt es eine gute Chance, dass Xandros Microsoft schlagen wird“, gibt sich Berenstein siegessicher.

Einholen und übertreffen

Auch Michael Robertson, CEO von Linspire Inc., glaubt nicht an Microsoft. „Monopolisten werden unausweichlich selbstzufrieden und lethargisch, der Mangel an Wettbewerb lässt die ganze Organisation matt werden. Das kann man jetzt auch bei Microsoft beobachten. Das Update für Windows XP hat drei Jahre lang gebraucht und dabei gibt es nur Sicherheits-Features wie eine Firewall. Bei all den Verschiebungen besitzt Microsoft nun keinerlei Glaubwürdigkeit mehr irgendwelche neuen Produkte laut Zeitplan zu veröffentlichen. Das ist die Möglichkeit für Linux Windows im Desktopbereich einzuholen und an Features zu übertreffen“, so Robertson.

Nicht warten

Leigh Day, Sprecherin für Red Hat Inc., ist weniger enthusiastisch, blickt aber trotzdem wohlwollend in die Zukunft. „Das Open-Source Model setzt auf rasche Innovationen, bei wichtigen Technologien wird nicht erst auf das nächste großen Release gewartet“.

Zeit des Pinguins

Auch Michael Dortch, Principal Business Analyst der Robert Frances Group, glaubt, dass die Zeit des Pinguins nun gekommen ist. "Jede weitere Verspätung oder Veränderung an Longhorn verwirrt User und IT-Verantwortliche und schafft mehr Möglichkeiten für effektive Alternativen, die stabiler und weniger verwirrend erscheinen", betont er.

Zudem haben durch die zahlreichen Verspätungen Linux Entwickler mehr Zeit ihre Produkte zu verbessern, hier spricht Dortch vor allem das Thema Interoperabilität an. „Viele Firmen testen bereits open-source Software als Alternative zu Windows und erleben dabei in Sachen Kompatibilität immer weniger Herauforderungen“, sagt der Analyst gegenüber eWeek (kk).

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