Turnstunden mit "Fun-Faktor"

17. September 2004, 12:10
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Karl Schweitzer, FP-Staatssekretär für Sport, wehrt sich gegen die Betrachtung der Turnstunden als Einsparposten. Irene Brickner schilderte er, wie zeitgemäßer Sportunterricht aussehen sollte

STANDARD: Wie oft sollten Kinder in der Schule Turnen haben?

Schweitzer: Jeden Tag.

STANDARD: Und wie oft haben sie Turnen?

Schweitzer: Leider Gottes viel zu selten. Es beginnt in der Volksschule mit vier Wocheneinheiten und geht dann in den höheren Schulen auf zwei, manchmal nur eine Einheit pro Woche zurück. Tatsache ist aber, dass bei voller Ausschöpfung der Schulautonomie bis zu sechs Sporteinheiten pro Woche möglich sind. Doch das wird von nur wenigen Schulen in Anspruch genommen.

STANDARD: Sie haben sich im Frühjahr gegen Turnstundenkürzungen ausgesprochen - gekappt wurde vom Unterrichtsministerium dann doch einiges. Sind weitere Kürzungen in petto?

Schweitzer: Sicher nicht, im Gegenteil. Derzeit arbeiten wir mit dem Unterrichtsministerium an einem Modell zur Ausweitung zeitgemäßer Bewegungsangebote an den Schulen. Für die Nachmittagsbetreuung schlagen wir das Projekt SportKids vor, das Kindern Spaß an Bewegung vermitteln soll.

STANDARD: Wie wird Sportunterricht zeitgemäß?

Schweitzer: Er muss einen Fun-Faktor haben. Immer nur Geräteturnen, immer das gleiche Ballspiel animiert heute keinen Schüler mehr. Als Lehrer habe ich gute Erfahrungen mit Volleyball und mit Gruppenorientierungslauf gemacht.

(DER STANDARD Printausgabe, 8.9.2004)

ZUR PERSON:

Karl Schweitzer (52) war Leh- rer für Geografie und Leibes- erziehung in Oberwart. Ab 1996 FPÖ-Bundesgeschäfts- führer, 2002-2003 geschäfts- führender FPÖ-Klubob- mann.
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